Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1900)
- Date
- 1900-09-01
- Page
- Seite 208 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Kantors Naumbourg und die in deutschen Synagogen eingebürgerten Melodiken des Berliner Professors Lewandowski sind vorhanden. Auch das umfangreiche Werk von S. Baer, das traditionelle Melodien aller Nationalitäten enthält und deshalb - auch für die Geschichte des synagogalen Gesanges von großem Wert ist, befindet sich in der Sammlung. Endlich seien aus dieser neben mehreren Handschriften noch besonders Consolo, der die alten Gesänge der spanischen Juden, und Cremien, 4>er | die des südlichen Frankreich ausgezeichnet hat, besonders hervorgehoben. — In Derlin wurde Herr Dr. Klumenthal in sein Amt als Rabbiner der israelitischen Gemeinde eingeführt. — Man schreibt uns: Herr Dr. Walter wurde als Land-? rabbiner nach Dessau berufen. — Man berichtet: In Münster ist Herr Dr. M. Spanier aus Hamburg zum Seminardirektor an Stelle des nach Berlin berufenen;• Herrn Dr. Gutmann gewählt worden. — Bei dem am 15. und 16. Juli in Schweh a. W. abgehaltenen Schützenfeste errang Herr Feibel jun. die Königswürde sowie Herr Davis jun. die Würde eines zweiten Ritters. — In Frankfurt a. W. starb Herr Rabbiner Dr. Moritz Singer aus Coblenz, woselbst er am 30. Juli unter großer Teilnahme zur letzten Ruhe geleitet wurde. Herr Rabbiner Dr. Anerbach aus Elberfeld schilderte in eindrucksvoller Rede das Leben 'und \ Wirken des Entschlafenen, der in seiner Gemeinde die ihm gebührende Würdigung nicht gefunden. — Den Verlust zweier hervorragender Frauen hat das Judentum ■ zu beklagen, in dem Heimgange der Frau Prof. Dr. Graeh und der Frau Dr. May- ' bäum. Letztere ist auch durch das von ihr ins Leben gerufene und verständnisvoll I geleitete jüdische Kinderheim in Berlin in weiten Kreisen bekannt geworden, wie auch noch verschiedene Anstalten in der Dahingeschiedenen eine eifrige und aufopfernde Freundin l und Mitarbeiterin verloren haben. — In Kerlin starben der um das Judentum | hochverdiente Ehrenpräsident des D. I. Gemeiydebundes Herr Sänitätsrat Dr. Kristeller dessen Leben und Wirken zu schildern wir uns Vorbehalten und der hochbetagte Lehrer Herr Raphael Gohn, der über fünfzig Jahre an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde daselbst gewirkt hat. — Man berichtet: In Elberfeld fand am 15. Juli die Einweihung des neuen Friedhofes der Synagogen-Gemeinde und der 1 Leichenhalle statt. Herr Rabbiner Dr. Auerbach hielt bei diesem Anlasse eine nach Inhalt und Form vollendete Rede in welcher er auch die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde schilderte. — In Frankfurt a. M. starb der königlich Großbritannische Generalkonsul Sir Charles Oppenheimer im 65. Lebensjahre. Er stammte aus Nastätten, wurde in Frankfurt a. M. erzogen und wanderte im 18. Lebensjahre nach London aus, wo er die noch heute unter seinem Namen blühende Exportfirma gründete. Schon Anfangs der 70 er Jahren zog er sich nach bedeutenden geschäftlichen Erfolgen wieder nach Frankfurt zurück. Er wurde zum Großbritannischen Generalkonsul ernannt und im Jahre 1894 von der Königin wegen der Verdienste, die er sich in dieser Stellung erworben hatte, geadelt. Herr Konsul Oppenheimer gehörte seit Gründung des Mendelssohn-Vereins demselben -