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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-09-01 · Heft 9 (1.9.1900) · p. Seite 207

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 9 (1.9.1900)
Date
1900-09-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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20^ dienste erworben haben. Zum Zeichen der Zustimmung zu den Worten des ersten Bürgermeisters, sowie zum Ausdrucke der Trauer über den Heimgang des geschätzten Kollegen erhoben sich die Mitglieder des Magistrats von den Sitzen." Wir wollten den unmittelbaren Eindruck dieser, nach keiner Hinsicht geschminkten Würdigungen eines von bescheidenen Anfängen durch Thatkrast und Geschick emporgekommenen Juden, den nur selten die Gunst der Zeitverhältnifse trug, nicht durch persönliche Äußerungen verwischen. Aber einen bezeichnenden Umstand können wir am Ende nicht unterdrücken: nachdem vor ein paar Jahren Kommerzienrat Moritz Guggenheimer hochbejahrt den Vorsitz und die Mitgliedschaft des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten niedergelegt und nun auch Louis Reichenberger „von seinem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde" — so spricht die Traueranzeige der Familie — besitzt die nach Ziffer, Bildung, Steuerkraft, politischer Bedeutung (in allen drei dortigen liberalen Parteien) zweifellos einen Hauptfaktor darstellende Judenschaft Münchens kein Mitglied in beiden Korporationen der städtischen Selbstverwaltung. Auch daraus erkennt man, welchen Posten Reichenberger ausfüllte. L. Pr. Wonatsschau Der 22. August war der 100. Geburtstag des großen jüdischen Gelehrten Samuel David LuWtto, der sich um die Ausgestaltung der modernen Wissenschaft * des Judentums unvergängliche Verdienste erworben hat. „Die hebräische Litteratur", ruft ihm Abraham Geiger 1865 nach, „verlor an ihm einen ihrer tüchtigsten; Pfleger, das Judenthum einen warmen Verteidiger, das Paduaner Seminar feine ergiebigste Lehrkraft. Seine Wahrheitsliebe und unerschöpfliche Wissensquelle riefen; viele gediegene Schriften und Abhandlungen hervor, welche allgemeine Verbreitung und Anerkennung fanden, und alle hebräischen Zeit- und Wochenblätter erfreuten sich seiner litterarischen Beiträge. Wer wissenschaftlicher Hilfe ^bedurfte, wendete sich an Luzzatto, welcher die exorbitantesten Anforderungen, die an ihn gestellt wurden, möglichst zu befriedigen suchte. Viele Editionen aus Handschriften konnten nur . durch seinen wissenschaftlichen Beistand zur Geburt reifen. — Wer kann diese ver. lorene Kraft ersetzen, wer diese Lücke ausfüllen'?" — Die Frankfurter Stadtbibliothek hat wiederum eine große, wertvolle Bereicherung ihrer bekanntlich bereits äußerst , bedeutenden Hebraica- und Judaica-Sammlung zu verzeichnen, indem einer ihrer Gönner, dem sie schon eine ganze Reihe von Zuwendungen verdankt, eine aus etwa zweihundert Nummern bestehende auserlesene Sammlung von Gesangswerken für den israelitischen Gottesdienst für Kantor, Chor und Gemeinde ankaufte und ihr zum Geschenk machte. Diese „musikalische Synagogenbibliothek" enthält die wichtigsten Notenwerke und Abhandlungen zur Geschichte des synagogalen Gesanges: die großen Werke Sulzer's, des Vaters der modernen Synagogenmusik, des Pariser

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