Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 190 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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— 190 — Friedhofs angebracht, so daß Direktor Botto sie nicht mehr für sein Museum gewinnen konnte- — Von dem Congres international d’liistoire des religions, der in Paris vom 3.-9. September tagt, ist neben zwei anderen schwedischen Gelehrten auch Rabbiner Professor Dr. G. Klein in Stockholm zum korrespondierenden Mitglied ernannt worden. Er wird einen Vortrag über den Einfluß des Essäismus auf das Vorchristentum halten. — Die in London erscheinende „Jewish Quarterly Peview" steht in Begriff, eine Neuerung einzuführen. Sie will von nun an einen bestimmt begrenzten Teil ihres Blattes für in fremden Sprachen geschriebene Artikel reservieren. Zwei Gründe sind für die Neuerung ausschlaggebend: erstens die Schwierigkeit für gelehrte und technische Essays, immer eine zufriedenstellende Übersetzung zu bekommen, und zweitens die Rücksicht auf den sehr ausgedehnten ausländischen Leserkreis. — Die Odessaer Konimission der historisch - litterarischen Äbtheilung der „Gesellschaft zur Förderung der Bildung unter den Juden Rußlands," ließ das aus-, gezeichnete Werk von Professor Lazarus „Die Ethik des Iudenthums" ius Russische übertragen. — Fürst Ferdinand von Bulgarien hat, den Rabbiner der Djakovarer israelitischen Kultusgemeinde Dr. Ehrenpreis zum Landesrabbiner von Bulgarien ernannt. Bei der Dankaudienz, wekche Dr. Ehrenpreis beim Fürsten »ahm, erklärte dieser, sein sehnlichster Wuusch sei die Gleichberechtigung der in seinem Lande wohnenden Juden mit den andern Konfessionen und beauftragte den Landesrabbiner mit der Unterbreitnng von Vorschlägen zur Hebung der Kultur der bulgarischen Juden und Organisation ihrer Gemeinden. — Die Amerikanisch-Orientalische Gesellschaft in Palästiila will in PewHork ein Institut für Orientalia und für Erforschung Palästina's errichte» und findet in vielen Kreisen bereitwillige Unterstützung. — Die herrzlichen Beziehungen, die in Sidney (Australien) zwischen Katholiken und Juden bestehen, finden den deutlichsten Ausdruck in der Kede, die der katholische Erzbischof, Se. Em. Dr. Morgan am Schlüsse der Regionalausstellung hielt. Der Kardinal sagte, daß er bei dem Danke, den er in Bezug auf die Ausstellung zu erstatten hätte, die Mitbürger jüdischer Konfession besonders hervorheben möchte, die ihre ganze Energie vereinigt hätten, um den Erfolg der Ausstellung zu sichern. Auch bei anderen katholischen Unternehmungen, zumal beim St. Vincent-Hospital hätten die jüdischen Freunde großmütige Hülfe geleistet. Wenn er besonders auf die Unterstützung Hinweise, die der Ausstellung durch Dame» und Herren der jüdischen Gemeinde gewährt wurde, so sei es, um zu zeigen, daß er keine Sympathie hat für den zügellosen und sinnlosen antisemitischen Kreuzzug in Europa, ein Krenzzug, der auf Angaben beruhe, die der Geschichte und dem gesunden Menschenverstände widersprechen. Er freue sich, daß die australische Presse diese phantastischen Darstellungen nicht beachtet habe. „Glücklicherweise", fuhr er fort, „leben wir hier in Australien in vollkommener Eintracht, deshalb haben wir religiöse Gleichheit und Freiheit des Kultus, und ich hoffe, daß alle wahren Freunde Australiens