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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 189

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 189 (sequence 21)
Language
German
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189 bleibt uns aber: die Erinnerung! Die Erinnerung an herrliche, schöne Genüsse, wie sie einzig und allein Ihre Kunst gespendet. Wolle» Sie, der geniale Dolmetsch des genialen Wagner, eine Erinnerung auch an ihre czechischen Freunde, so nehmen Sie den Lorbeer, der Ihnen, wie sonst Niemandem, gebührt. Vergessen Sie in der Ferne nicht, daß Ihnen hier in unserer lieben Vaterstadt auch in czechischen Kreisen treue Freunde bleiben und Ihrer nie vergessen werden. Die czechischen Wagnerianer." — Anläßlich der Enthüllung des Denkmals des verstorbenen Cardinals Lavigene in Algier hielt der Bischof von Constantine eine Ansprache, die den hervorragenden Eigenschaften des dahingeschiedenen Erzbischofs im vollen Maße gerecht wurde und die in folgender Weise schloß: „Fürwahr, Deine Worte werden gehört werden, Deine Lehren, Deine Opfer, Deine Beispiele werden nicht fruchtlos sein! Ihr werdet seine Stimme hören vor allem Ihr Franzosen Algiers, Ihr, die Ihr seine Lieb« lingssöhne wäret. Keine Spaltung, Kein Racenzwist mehr unter Euch, erinnert Euch, daß man auf Haß und Gewaltthätigkeit nichts Ernsthaftes gründet, während Einigkeit das Glück der Völker sichert. Treu den Lehren des großen Kirchenfürsten, dessen Andenken Ihr ehret, lebet von nun an in Frieden mit Eueren Brüdern, welches auch ihr Name, ihr Ursprung und ihr Glaube sei. Lebt zusammen als ob Ihr nur eine und dieselbe Bestimmung hättet, die nämlich für die Größe Frankreichs und das Gedeihen Algeriens zu arbeiten und durch Eure gemeinsamen Bemühungen in Eurer Mitte triumphieren zu lassen die Wahrheit, die Gesittung, das Recht und die Freiheit." — L'Univers Israrlite erzählt: Ein Reisender, der vor kurzem Spanien besuchte, berichtet, er habe dort die Bekanntschaft einer größere» Anzahl von Marannen gemacht. Einer derselben, ein reicher Kaufman», Namens Eabau, bekenne sich äußerlich zum Katholizismus, sei aber in der That Jude. So habe er seinem Gaste Gephillin und ein Ghalit gezeigt und ihn in eine unter! dische Synagoge geführt. Sennor Cabau nimmt zwar Einladungen zu Mahlzeiten an berührt aber keine Fleischspeisen unter dem Vorwände, der Arzt habe es ihm verboten. Der oben erwähnte Reisende, selbst Arzt, hatte diesen Herrn in einer Gesellschaft beobachtet und ihn erstaunt um Aufschluß gebeten. Daraufhin habe ihm Herr Cabau im Vertrauen seine wahre Religion offenbart. (— t) — Der Uariser Jnschriften-Akademie teilte Kollo der Direktor des archäologischen Museums von Faro, der südlichsten Hafenstadt Portugals, eine interessante hebräische Inschrift mit, welche daselbst in einer Sandgrube gefunden wurde. Die Inschrift ist genau datiert. Sie stammt aus dem Jahre 1315. und ist die älteste dieser Art auf der Pyrenäen-Halbiusel. Sie erivähnt mit Auszeichnung einen ehrwürdigen Rabbi Joseph Potomal und muß als Grabschrift gedient haben. Das Dokument zeigt, daß schon zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts, 65 Jahre nach der Verbreitung der Araber aus Algarve und der Eroberung Faros durch die Portugiesen die Israeliten daselbst eine öffentlich geduldete, stark organisierte Gemeinde bildeten. Ihre heutigen Nachkommen haben die Inschrift sofort erworben und an der Mauer ihres

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