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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 188

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 188 (sequence 20)
Language
German
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188 Werken Abraham ibn Esras, Hillels aus Verona, Jomtobs ben Abraham und des Jehuda Barzilai, sowie in zahlreichen, wissenschaftlichen Aufsätzen für alle gelehrten Zeitschriften auf diesem Gebiete seit mehr als einem halben Jahrhundert, und in einer imponierenden Fülle von Beiträgen, Anmerkungen, Ergänzungen und Berichtigungen zu d->n Werken und Katalogen anderer, noch lange nicht erschöpfend znm Ausdrucke kam. Es sind in den letzten 50 Jahren nur wenige wissenschaftliche Werke über die hebräische Literatur des Mittelalters erschienen, zu denen Halberstamm nicht sein Schärflein beigesteuert hätte. Jeder Forscher auf diesem Gebiete wandte sich an ihn mit seinen Fragen und konute sicher sein, eine ebenso befriedigende wie liebenswürdige Antwort z» erhalten. Auch als er sich von den Schätzen seiner Bibliothek und Handschriften trennen mußte, setzte er seine Studien und Arbeiten mit unvermindertem Eifer bis in seine letzten Lebenstage fort. Er war eine jener immer seltener werdenden Erscheinungen, wie sie eigentlich nur die Geschichte des Judentiims hervorbringen konnte. Sei» Name wird unvergessen bleiben und sein Andenken wird mit Ehre» fortleben in der Geschichte der jüdischen Wissenschaft, die er während seines arbeitsreichen Lebens mit so großen Schätzen bereichert hat. — Im Verein „Jordania" in Wien hielt Herr Dr. Leo Sofer einen Vortrag über das Thema: „Nietzsche und die Juden". Referent unterschied drei Perioden in dem Urteile Nietzsches über die Juden, und zwar die Zeit, in der er unter Richard Wagners Einfluß stand, ferner die spätere, in der er sich von diesem Einflüsse emancipierte, und endlich die objective Epoche, wo er weder Philonoch Antisemit war, sondern eine ganz geklärte, selbstständige Ansicht hatte. Er bewunderte besonders die Zähigkeit des jüdischen Charakters, sowohl des Einzelnen, als auch der Volksgesammtheit im Kampfe um die individuelle Erhaltung trotz der vielfachen Gegner, denen nur Verachtung entgegengestellt wurde. Bekanntlich hatte Nietzsche viel darunter zu leiden, daß er sich der Juden platonisch annahm, und dies trug auch teilweise zur Beschleunigung der Katastrophe bei, die auch wir lehhaft zu bedauern haben. — I» Wien fand jüngst eine Versteigerung der Bibliothek eines Kaisers, nämlich des verstorbenen Kaisers Don Pedro von Brasilien, statt. In dieser großen, 1155 Nummer» enthaltenden Bibliothek fanden sich auch einige hebräische Bücher, welche i» Erinnerung bringe», daß der frühere Herrscher auf dem Throne Brasiliens sich einen eigenen Lehrer für hebräische Sprache hielt und seine Mußestunden dem Studium unserer altchrwürdigen heiligen Bibelsprache widmete. — Herr War Dawison. der aus dem Verbände der Prager Landesbühne schied und nach Hamburg ging, erhielt von den czechischen Wagner-Verehrern einen mächtigen Lorbeerkranz, dessen Schleifen die Widmung tragen: „Dem Meistersänger — die czechischen Wagnerianer." Die Kranzspende war von folgendem Schreiben begleitet: „In den Tagen, wo Ihr Scheiden von Prag bevorsteht, wird uns Allen wehe nms Herz, den» wir Alle, Deutsche und Czechen, müsseu über den großen Verlust klagen, der unserem Kunstleben einen so schweren Schlag versetzt. Eines

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