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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 186

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 186 (sequence 18)
Language
German
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186 kranke Aristokratie sorgen reichlich dafür, daß die Massen sich nicht aus dem Sumpfe der Unwissenheit und des Aberglaubens zu erheben vermögen. — Ihr Geister eines Lessing, Kant, von Humboldt, Goethe, Schelling, Mendelssohn und Ihr andern Geisteshelden, was denkt Ihr von dem Deutschland Eurer Träume und Hoffnungen? Wo bist du, Virchow! Hat dir das Alter die Fähigkeit zu einem edlen Zornes' ausbruch geraubt? Was sagst du dazu, daß im beginnenden 20. Jahrhundert die Juden sich gegen solche Verdächtigungen zu wehren haben? — Aus Sonn berichtet man: In erfreulicher Weise hat der zu Beginn des Winters begründete Verein für jüdische Geschichte und Literatur befruchtend auf das geistige Leben innerhalb unserer Gemeinde eingewirkt, für die freilich als Geburtsgemeinde des jüdischen Philosophen Moses Heß, als langjährigen Wirkungskreis Ludwig Philippsons und Jacob Bernays die Beschäftigung mit jüvischem Wissen alt-ehrwürdige Tradition ist. Die Reihe der Vorträge eröffnete Herr Rabbiner Dr. Külf-Sonn mit dem Thema „Was wir sollen und wollen"; es sprachen ferner Herr Rabbiner Dr. F. Gohn-Son» über „Die Entwicklung des jüdischen Gemeindelebens im 19. Jahrhundert" und über „Anmut und Würde der hebräischen Sprache", Herr Dr. med. Simchowih-Köln über „Die Juden im alten Rom", Herr Redakteur Srisch-WUIheim über „Ein Gang durch die alten Judengassen zu Köln und Bonn", Herr Dr. med. Edelstein- Sonn über „Die Bedeutung der jüdischen Ärzte für Wissenschaft und Kunst" und Herr Rechtsanwalt Dr. Kosenberg-Sonn über „Heine, Börne, Saphir, in ihren Beziehungen zum Judentum". — Die König!. Akademie der Wissenschaften in Kerlin hat Herrn Professor Dr. L. Gehn in Breslau zu einer Reise nach Italien zum Zweck der Vergleichung von Handschriften Philo'S 850 Mk. bewilligt. — Man berichtet uns: Im Verlage von Jacob K. Krandeia (Prag und Breslau) ist erschienen: die Geschichte des Judentums von dem Babylonischen Exile bis auf die Gegenwart; ein Familienbuch von Dr. Ignaz Ziegler Rabbiner in Karlsbad. Wir können dieses Buch in welchem die Geschischte des Judentums der nachbiblischen Zeit in ebenso klarer wie eingehender Behandlung in populär-wissenschaftlicher Weise zur Darstellung gelangt nur aufs angelegentlichste empfehlen, da es sehr geeignet ist die Kenntnis unser großen Vergangenheit zu vermitteln und auf Geist und Gemüt der Leser anregend zu wirken. Nur dadurch, daß wir im geistigen Zusammenhänge mit unserer erhabenen Geschichte bleiben, wird es uns auch möglich werden unserem Wirke» in der Gegenwart die rechte Richtung zu geben und unsere Hoffnungen für die Zukunft zu beleben. Möge das vom Geiste der Liebe zum Judentume durchwehte Buch bei uns stets eine willkommene Heimstätte finden. — In Gmunden feierte am 18. Mai Herr Karl Goldmark seinen siebzigsten Geburtstag. Wenn einer durch sein künstlerisches Schaffen und Wirken die aus krankhafter Stimniung stammende Behauptung, die Juden hätten in der Musik uur Minderwertiges geleistet zu widerlegen im Stande wäre, so ist es Karl Goldmark. Geboren i» Keszthely in Ungarn als Sohn des Vorbeters der jüdischen Gemeinde hat er

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