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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 181

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 181 (sequence 13)
Language
German
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181 gerung der gesamten großen Dürer-Sammlung anzukaufen. Herr Direktor Dr. Ebrard schließt einen Aufsatz über diese Schenkung mit den Worten: „Hält mau mit diesen die in der gleichen Periode seitens der städtischen Behörden für unsere vornehmste wissenschaftliche Anstalt bewilligten außerordentlichen Aufwendungen zusammen, von denen ich nur den großen Erweiterungs- und Umbau derselben, die Mitwirkung bei der Erwerbung der Bibliothek Brüll, den Ankauf der Bibliotheken Kelchner und Weiß und aus diesen letzten Tagen denjenigen der Münzsammlung Stiebe! erwähnen will, so glaube ich sagen zu dürfen, daß unser Frankfurt auf seine Leistungen für die Wissenschaft stolz sein kann." —■ Herr Herma»» Levi ist in München, der Stätte seiner langjährigen, ersprießlichen künstlerischen Thätigkeit, aus dem Leben geschieden. Levi war einer der bedeutendste» Dirigenten der Neuzeit. Als schaffender Künstler hat er weniger durch seine eigenen Kompositionen, von denen nur einige Lieder eine gewisse Popularität erlangt haben, als durch seine Bearbeitungen Mozart'scher und die Übersetzungen ausländischer Operntexte Beachtung gefunden. Ungleich größer war der Einfluß, den er am Dirigentenpulte ausübte. Seine Leitung war stets energievoü und auf das Ganze gerichtet, ohne der Feinheit in der Berücksichtigung der Einzelheiten zu entbehren. Als persönlicher Freund Richard Wagner's und als treuer Anhänger seiner Kunst mochte es für den persönlich liebenswürdigen und bescheidenen Künstler einen seiner größten Triumphe bedeuten, als er von dem Meister zur Leitung der ersten „Parsifal"- Aufführung im Bühnenfestspielhause zu Bayreuth (1882) berufen wurde. Seitdem hat er noch öfter dort als Dirigent gewirkt. Unvergessen ist ferner noch seine Thätigkeit als Opernleiter in München, in welcher Eigenschaft er es zum bayerischen Generalmusikdirektor brachte und dem ihm anvertrauten Institut von dem allergrößten künstlerischen Nutzen wurde. Levi ist 1839 zu Gießen als Sohn des Rabbiners Levi geboren und entivickelte sein Talent frühzeitig. Anfangs der fünfziger Jahre genoß er den Unterricht Bincenz Lachner's zu Mannheim, später besuchte er das Leipziger Konservatorium und seine praktischen Lehrjahre absvlvirte er von 1859 bis 1861 als Musikdirektor in Saarbrücken. Seine hervorragenden, an der deutschen Oper in Rotterdam nachgewiesenen Dirigentenqualitäten verschafften ihm 1864 eine Berufung als Hofkapellmeister nach Karlsruhe, welche Stelle er 1872 mit der Übernahme des gleichen Postens an der Münchener Oper vertauschte. 1896 trat Levi aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. — Der Bericht der Jacobsonschule in Seesen konstatiert, daß die Anstalt im vorigen Jahre von 133 Juden und 144 Christen besucht wurde, davon waren 154 Interne und 123 Externe. — Der tut Jahre 1891 gegründete „Deutsche Verband des Vereins für jüdische Geschichte und. Literatur" sieht auf ein erfolgreiches Winterhalbjahr zurück. Nicht weniger als 1000 Vorträge in fast 150 Städten wurden abgehalten. Die größten Gelehrten betheiligten sich daran in selbstlosester Weise. Die Mitgliederzahl beträgt nahe an 15,000. — Lazarus'

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