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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-07-01 · Heft 7 (1.7.1900) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 7 (1.7.1900)
Date
1900-07-01
Page
Seite 165 (sequence 23)
Language
German
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165 Jur Geschichte der Zuden in Tirol und Worarlberg. Aus einem in Wien im Festsaale des N.-Oe. Gewerbevereines gehaltenen Vortrage von Dr. Aron Tänzer Rabbiner sür Tirol und Vorarlberg in Hohenems. (Schluß.) Später versuchten die Stände mit gleichen Mitteln ein zweites „freiwilliges" Darlehen bei den Inden zu erzielen, doch schon war der Aufstand gebrochen. Auch Hormayr wußte durch seinen Vorarlberger Gesandten, den Gerichtsschreiber Fischer, die Juden unter nachdrücklichem Hinweis auf die Innsbrucker Plünderung zu zwingen einen von ihm — Hormayr — unterschriebenen Wechsel von 1000 fl., zahlbar in 14 Tagen, einzulösen. Als der Wechsel nach einem Jahre Herrn von Hormayr zur Bezahlung präsentiert wurde, konnte er sich desselben nicht mehr entsinnen^ und — er blieb unbezahlt. Hormayr hatte, wie noch viele andere Beispiele beweisen, in dieser Hinsicht überhaupt ein sehr schwaches Gedächtnis. Am 6. August war der Vorarlberger Aufstand beendigt, die bayerische Regierung zog wieder ein, für die Juden aber begann eine Zeit langwieriger nahezu 11 Jahre andauernder Prozesse und Verhandlungen zur Eintreibung des Darlehns von 4000 fl. von den Städten, die überhaupt jetzt rundweg leugneten, daß diese jemals existirt hätten. Ein Teil dieser Schuld ist noch ausständig und dürfte nebst der Hormayr'schen Schuld erst dann bezahlt werden, wenn die Menschheit insgesammt einmal den Mut haben wird, ihr endloses Schuldenregister gegen die Judenheit zu tilgen. Als weitere bleibende Erinnerung an das Kriegsjahr 1809 behielt die Hohenemser Judengemeinde eine Schuldenlast von nahezu 10,000 fl., mit deren Tilgung sie Jahrzehnte zu kämpfen hatte. Als interessantes Moment jener Jahre sei noch erwähnt, daß ein Auszug der amtlichen Handelsstatistik von 1810 folgende Zusammenstellung ergiebt: 52 Hohenemser jüdische Kanfleute hatten im Jahre 1810 einen jährlichen Absatz an inländischen Maaren von 30,550 fl., an' ausländischen Maaren von 666,500 fl. — also insgesamt einen Jahresabsatz von nahezu 700,000 fl. Davon wurden im Jnlande Waaren um 223,690 fl. und im Auslande um 462,360 fl. verkauft. Zur besondern Wertschätzung dieser Zahlen sei noch erwähnt, daß sie bei der Steuerbemessung von den Kaufleuten selbst festgesetzt wurden, also wohl kaum zu hoch gegriffen wurden. Ich habe meinem vorstehenden Auszuge vorläufig nur das noch hinzu fügen, daß er nur einen überaus kleinen Teil aus den Ehrenbildern vorführt, an denen die Geschichte der patriotischen Handlungen der Juden in Tirol und insbesondere in Vorarlberg so überreich ist und mit deren vollständiger Darstellung ich auf mein Geschichtswerk verweisen resp. vertrösten muß. Mein gefeierter Lehrer und Gönner, Herr Geheimrat Professor Dr. Lazarus in Meran bemerkt im Vorworte

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