Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1900)
- Date
- 1900-07-01
- Page
- Seite 159 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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159 neuen Religionsstifters, des Muhammed erzählen. Einen neuen, den wahren Erlöser erwartete er schon Jahrhunderte, und Muhammed ist seine letzte gescheiterte Hoffnung. Da sieht er, wie im Namen Gottes Fanatismus und Grausamkeit gehandhabt werden, in Reue und Buße wird ihm endlich die verheißene Gnade zuteil, in einer Vision die Mutter mit dem Kinde zu schauen, gleichzeitig werden ihm seine Kinder wiedergegeben, die ihm aber zu seiner letzten schwersten Prüfung von den Araber» getötet werden. Nach der letzten Überwindung steigt in ihm die Erkenntnis auf die ganze Menschheit zu lieben. Er stirbt nicht, sondern der ewige Fluch verwandelt sich ihm wie einst Adam zum ewigen Segen, er will ewig leben und den Kampf der Menschheit zu höherer Entwicklung, kräftig und liebend, ewig mitkämpfen. Hier mögen einige der letzten schönen Verse des Epos Platz finden. Zu heftig war ja doch mein Hassen, So will mit treuen Armen unverzagt Die ganze Menschheit liebend ich umfassen. Und, helfend will ich jedem Voke, ringen. Los von des Wahnes Nacht und Sklaverei, Bis alle Ringe von der Kette springen! So will ich wieder auf der Erde wandeln Unsterblich in dem Leib; so will ich sein , Und so den Fluch in Segen mir verwandeln. Herab, ihr uugebor'nen Millionen, Die weinend ihr auf diese Erde kommt, Als treuer Vormund will ich bei Euch wohnen. So werd' ich jetzt mit brünstigem Entzücken — Heran Jahrtausende im Donnerschritt, — An meine Brust die Weltgeschichte drücken. Die schöne, wilde Braut, so schwer errungen, Ihr großes Herz pocht laut an meine Brust, Mit beiden Armen halt ich sie umschlungen. So heb' ich jubelnd sie durch Schmerz und Jammer So trag' ich jauchzend sie durch Blut und Tod Zur hochzeitlichen, bräutlich-schönen Kammer. Da ward so still die Nacht, so traumumfangen Als »väre nun die viel geschäftige Zeit In Zeit und Ewigkeit zergangen.