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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-06-01 · Heft 6 (1.6.1900) · p. Seite 142

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 6 (1.6.1900)
Date
1900-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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Dr. Horovitz und infolge Unterstützung von Seiten einiger Gönner der jüdischen Wissenschaft einstweilen der Frankfurter Stadtbibliothek überwiesen worden. Über den Wert und die Echtheit der Dokuniente bedarf es jedoch noch weiterer Untersuchungen (-t.) — In Kerlin erscheint seit dem 1. Mai eine jüdische Turnzeitung unter Redaktion des Herrn K. Jolowirz. — Im „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" in Köln hielt Herr Rechtsanwalt Ludwig Fähen einen Vortrag über: Herders Bedeutung für die Inden. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als unsere Vorfahren in Deutschland noch in der tiefsten Erniedrigung und Bedrückung schmachteten, ist keiner in Wort und Schrift für die Rechte und Freiheiten der jüdischen Bewohner einerseits und für die Geistesschätze des Judentums anderseits so mächtig und thatkräftig in die Schranken getreten, wie dieser christliche Gelehrte. Johann Gottfried Herder, geboren am 15. August 1754 als Sohn eines armen Küsters, der vom bescheidenen Schreiber zum Präsidenten des Oberkonsistoriums in Weimar emporstieg und als Dichter wie als Philosoph sich unsterblich gemacht hat, war von Anfang bis zu Ende ein Humanitätsprophet im edelsten Sinne des Wortes und eiferte scharf gegen die Unduldsamkeit und Verketzerungswut jenes Jahrhunderts. Der Vortragende verstand es meisterhaft, die für uns bedeutendsten Schriften des Dichters und Denkers in Form und Inhalt zu besprechen und damit überzeugend zu beweisen, wie durch alle diese Geistesschätze die Hochachtung vor dem Judentum und die Verehrung für das Schrifttum Israels gleich einem roten Faden sich durchziehe. Redner flocht auch herrliche Aussprüche des Geistesheroen ans den „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit", aus „dem Geiste der hebräischen Poesie" u. A. m. in seinen Vortrag ein- So heißt es in den „Ideen": Israel war und ist das ausgezeichnetste Volk der Erde; in seinem Ursprung und Fortleben bis auf den heutigen Tag, in seinem Glück und Unglück, i» seinen Fehlern und Vorzügen so einzig, so sonderbar, daß ich die Geschichte, die Art, die Existenz dieses Volkes für den ausgemachtesten Beweis der Wunder und Schriften halte, die wir von ihm haben und wissen. So etwas läßt sich nicht erdichten, ein solches Volk läßt sich nicht erlügen. Seine noch unvollendete Führung ist das größte Poem der Zeiten und geht wahrscheinlich bis zur Entwicklung des letzten noch unberührten Knotens aller Erdnationen hinaus .... Dieses sonderbarste Volk hat die sonderbarsten Bücher. Ein Volk, dessen Religion und Geschichte ganz von Gott abhängt, hat auch Bücher derart, des Geistes, sein Name ist das Volk Gottes rc. Herder hat zuerst gezeigt, daß auch in den Juden der Keim des Edlen steckt; das war für jene Zeit, in welcher die christliche Welt die Juden nur für Betrüger und Wucherer hielt, eine außerordentlich große That. „Montesquieux hat Recht", sagt Herder, „daß die ehemalige Barbarei in Europa zur Verderbnis des jüdischen Stammes und Charakters, durch ein gewaltthätiges häßliches Benehmen gegen das jüdische Volk mit beigetrageu, welches wir ihm, der Geschichte zu Folge, nicht ableugnen können. Daher ist es

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