Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1900)
- Date
- 1900-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Cohn, der bekannte Vermögensverwalter des Kaisers Wilhelm l., ist in Dessau im hohen Alter von 88 Jahren gestorben. Vom Jahre 1848 an bis zu dem im Jahre 1888 erfolgten Tode des Kaisers, war Herr Daran von Gehn der Vertrauensmann Wilhelms I. in allen Finanzangelegenheiten. Ein Entgelt für seine Thätigkeit hat er niemals empfangen. — Der Dichter Ul. Woog ist im Alter von 66 Jahren im Israelitischen Spital zu Mülhausen gestorben. Er war von Hegenheim gebürtig und schrieb seine zahlreichen »nd sehr geschätzten Werke in elsässisch-jüdischem Dialekt. Woog war seit langen Jahren erblindet; vor etwa zwei Jahren ließ er sich in das jüdische Spital aufnehmen, dem er auch damals als Entschädigung sein kleines Vermögen vermachte. — Im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. erscheint die im Jahre 1899 unterbrochene „Zeitschrift für hebräische Dibliographie" (Berlin .<s>, Calvary & Co.), herausgegeben von Dr. Freimann und Dr. H. BrodZ. Die erste Nummer berichtet über die litterarischen Erscheinungen im Jahre 1899. Möge die Verlagsbuchhandlung, der wir für dieses wieder aufgenommene Unternehmen, das von Freunden der jüdischen Litteratur mit Freuden begrüßt werden wird, Dank wissen, durch zahlreiche Abonnenten Unterstützung und Förderung finden. Der Preis für 6 Nummern jährlich beträgt 6 Mark. — Man schreibt uns: Herrn Prof. Dr. Hermann L. Strack hat sich durch die Neubearbeitung seines Buches ,,Das Dlut im Glauben und Aberglauben „der Menschheit" (München 1900 C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung) in unserer Zeit, wo in vielen Kreisen alte in der Wissenschaft längst gerichtete Vorurteile auftauchen und die Gemüter beunruhigen von Neuem ei» großes Verdienst im unerschrockenen Dienste für die Wahrheit erworben, zu der er unter schweren Kämpfen und Verunglimpfungen mutig und unerschrocken sich bekennt. Es ist ja traurig, daß solche Schriften überhaupt noch als aktuell nötig sind um dorthin Frieden und reine Gotteserkenntnis zu tragen wo Vorurteile und Bestialität die Gemüter verwildern und die Geister berücken. Nebst dem Danke, den jeder aufrichtige Bekenner des Judentums und Christentums Herrn Strack für seine aufopfernde Dienste zollen muß, trägt er das lohnende Bewußtsein in sich durch seine litterarische sachliche Behandlung der Blutfrage ein Werk geliefert zu haben, das ihm ein dauernd Denkmal setzen wird, welches von seinem Namen und seinem Wirken eine nie verblassende Kunde geben wird. Das Buch sollte in keiner Stadt und bei keiner Behörde fehlen um endlich die Lügner und Fälscher an den Pranger zu stellen, überall wo sie es wagen mit ihren überwundenen Verleumdungen aufzutreten. Möge es Herrn Prof. Strack noch lange gegönnt sein das Schwert des Geistes so kühn und mutig zu führen und möge sein Buch dahin Segen und Heil bringen, wo bislang Unheil und Fluch hausen! — In dem Werke von Alerander Jung „Vorlesungen über soziales Leben und höhere Geselligkeit" (Danzig 1844) findet sich folgende Stelle : „Es ist überaus merkwürdig, daß der Name Barnch für die neue. Geschichte von besonders vorteilhafter, ja prophetisch erhabener Bedeutung zu sein