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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-06-01 · Heft 6 (1.6.1900) · p. Seite 135

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 6 (1.6.1900)
Date
1900-06-01
Page
Seite 135 (sequence 15)
Language
German
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135 der patriotische Eifer besagter Judenschaft erstreckte sich noch weiter, daß dieselbe freiwilligst dieser Kompagnie Ergänzung ihrer Monturen und einige Stücke wollene Tücher ebenfalls ganz unentgeltlich angeschafft haben." Der durch seine Tapferkeit berühmte Christian Graf v. Leiningen-Westerburg bescheinigt ein Gleiches für sich und seine Kompagnie und fügt noch wörtlich hinzu: „Besonders aber habe die Judcnschaft sich am. anhänglichsten gezeigt gegen das k. k. Militär, auch gegen die Landesschützen in den Tagen von den voi gefallenen Gefechten vom 16., 18., 28. August und 15. September d. I, wo die Judenschaft die zurückgekommenen Blessierten von denen Vorposten nicht nur menschenfreundlichst in ihre Behausungen aufgenommen, dieselben mit Essen und Trinken versahen und die dermalen fehlende Leinwand und Charpie freiwillig ohne Anforderung aus ihren Mitteln darreichten." — In einer Eingabe vom Jahre 1796 erklärte die Hohenemser Israelitische Gemeinde, auf allen Ersatz der Kriegserlittenheiten dieses Jahres verzichten zu wollen, wofür ihr mittels Erlasses vom 26. Jänner 1797 der a. h. Dank ausgesprochen ward. Auch aus den mm folgenden Kriegsjahren liegen zahlreiche ähnliche Ehrenzeugnisse für die Juden vor. Vom Jahre 1797 vom Hauptmann Jovanori, der mit 797 Mann von der Obristen-Compagnie des k. k. ersten komponierte» Banater Bataillons während 18 Tagen von den Juden trefflich verköstigt worden sei. Ihm folgen im Jahre 1798 Hauptmann Bamberti, Lieutenant Ferry, Graf zu Pappenheim, Freiherr v. Eichler, Major v. Stein, und endlich der Kommandant des 60. Linien-Jnfanterie-Regimentes Major Clunchett, die alle nächst dem patriotischen Eifer insbesondere die Uneigennützigkeit der Juden betonen. Im Jahre 1800, da, die Kriege der 2. Koalition auch in Vorarlberg blutigen Widerhall fanden, sind die Zeugen jüdischer Opferwilligkeit für Kaiser und Vaterland die Hauptlente Johannes Bauer, Franz Josef Griff, Marx Alois Luoger, der Oberlieutenant Bretschneider, der Fähnrich Mathis Gissinger und zum Schluffe noch das glänzende, in Lobeserhebungen sich erschöpfende Zeugnis der Vorarlberger Stände. All diese Dokumente sind teils in Originalen, teils in amtlich beglaubigten Kopien vorbande» und stehen. mit Vergnügen dem ehrenwerten Herrn Reichratsabgevrdneten Schneider — diesem, wie Franzos sagen würde, Bajazzo der Redaktion zur Verfügung, falls er sich auch in diesem Jahre eine seiner famosen Reden gegen die Juden leisten sollte. Oesterreichs Erniedrigung im Jahre 1800 fände in einer Schneider'schen Rede im Jahre 1900 jedenfalls eine würdige Säkularfeier. Die amtliche Statistik vom Jahre 1801 zeigt, daß in der Zeit vom 1. Jänner 1797 bis April 1801 an österreichischem und französischem Militär nicht weniger als 68855 Mann bei den Juden in Hohenems einquartiert und verpflegt worden waren n. z. wie es da wörtlich heißt „ohne mindeste Entgeltung von irgend Jemandem." Im Jahre 1800 beschlossen die Vorarlberger Stände im Lande selbst ein Darlehen zur Fortsetzung der Defensive aufzunehmen. Zwei mit einem sehr schmeichelhaft gehaltenen Begleitschreiben versehene Deputierte suchten das Darlehen auch bei den Hohenemser Juden

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