Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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118 f - - *?.r«vr-v ,Ai mußten die dortigen Hebräer in den österreichischen Städten unter dem Thore einen/ Leibzoll von 12 Kr. zu Fuß und 24 Kr. zu Pferd entrichten; dabei fielen manche . Jjj Neckereien vor, denen zu entgehen die Juden des gräflichen Fleckens Hohenems 'i j jährlich auf Georgi insgesamt 40 fl in die Kasse entrichteten; die Juden zu Sulz waren als Ausländer von dieser Abgabe frei und durch ein Dekret Leopold I. vom. _ | 9. Februar 1688 auf die drei Familien des Salomo», Abraham und Wolf beschränkt, die aber ihre Befugnis bald überschritten. Bis hierher Merkle. — Der' " Leibzoll gab insbesondere den verschiedenen Stadtvätern Gelegenheit, sich dem Gottesgerichte wider die Juden anzuschließen, und um diese Abgabe möglichst drückend Und schimpflich zu mache», wurden für de» Ein- und Ausgang der Juden nur zwei: V; Stadlthore bestimmt und der übernachtende Jude mußte sein Nachtquartier außerhalb s der Stadtthore aufschlagen. vs. Merkwürdig findet selbst Merkle die Vorstellungen der Landstände gegen die \ Handlungsweise der Hebräer, welche von Zeit zu Zeit in nicht sehr gewählten Ausdrücken an die Landesregierung eingereicht wurden. Wir werden sie in der Folge auszüglich nach den uns vorliegenden Originalen anführen und wollen nur von vornherein bemerken, daß die von der Landesregierung dem Oberamte in Bregenz, abgeforderten Berichte sich immer über die Juden in günstigster Weise aussprachen. . Die Vorstellungen der Landstände lassen sich in folgendes zusammen fassen: ' „Bettelarm kommen die meisten Juden in das Land, werden in kurzer Zeit reiche , bauen eigene Häuser und erwerben viele Grundstücke. Die Mittel dazu sind: Sie ' kaufen abschätzige Waaren, tragen sie im Stillen herum, bis sie einen einfältigen Abnehmer um theures Geld finden. Bei Roß- und Hornviehverkäufen verschweigen sie die Mängel, nehmen zwar auch schlechte Stücke, aber nur mit großem Aufgelde in Tausch und führen mit so einer Mähre wieder einen Andern a». Auch gestoh.- lene Sachen werden von den Juden in großer Menge angekauft. „Es würt wahrgenomben — heißt es in einer Vorstellung — daß ihre Wohnungen von underthanen und andere öfters nächtlicher weil besucht werden, auß welchen« nichts anders abzunemben» alß das ihnen etwa entfrembdte oder sonsten verbotten sachen zugetragen und verkauft werden." Minderjährige, welche Geld brauchen, stellen Schuld-; Briefe unter den nachteiligsten Bedingungen aus und tragen Gold, Silber und Kupfer und andere Dinge aus dein Hause, «velche den Juden um geringes Geld in die Hände fallen. Durch einschmeichelndes Borgen veranlassen sie unnötige und kostspielige Einkäufe, vergessen aber nie die Zahlungszeit wub berechnen die Zwischenzinsen mit unnachsichtlicher Strenge. Ihre Handelsbücher führen sie hebräisch, damit Niemand von denselben Einsicht nehmen kann; da ergiebt es sich oft, daß nach ' dem Absterben eines Christen Forderungen gemacht «verden, von denen hei Lebzeiten nie eine Vermutung war, viel weniger Meldung geschah; ist aber eine Schrüd bekannt, so erscheint sie in den hebräischen Büchern weit größer, als der ursprüngliche Em-