Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit einem Profit von 50000 Thaler. Außerdem brandschatzte' man sie, wie zn Zeiten Louis XII. Hiermit ist die Serie der Beschwerden erschöpft, welche man gegen eine mächtige Familie schleudert, die im Schoße des Parlaments der Provence eine zu große Anzahl von Vertretern hatte. Der historische Apparat und die Überfülle der Details, mit denen man sich umgiebt, dürfen nicht irre führen. Man hat nicht bewiesen, daß die Ayinan Etienne und Andrau oder Thomassin wirklich jüdischer Abstammung waren, was ohne Zweifel nicht unmöglich war. Aber die Anklage, einige Verbindung niit dem Judentum und einige Beziehungen mit der isr. Gemeinde Avignon geflogen zu haben beruht nur auf einer sehr allgemeinen Behauptung. Der Verfasser der „Vorstellung" mit seiner vollendeten Geschicklichkeit würde nicht ermangelt haben, ganz andern Vorteil daraus zu ziehen, wenn er sie mit irgend einem ernsten Argument oder mit irgend einem weniger fictiven Beweis hätte verstärken können. Man ist erstaunt über diese Beharrlichkeit im Haß, mit dem man die getauften Inden verfolgt, denen man ihren Ursprung nicht verzeiht, so sehr sich auch derselbe in der Vergangenheit verliert. Der Nepotismus, ein Mißbrauch, der fast überall vorkam, wurde den damaligen Juden als Eigentümlichkeit aufgehalst und nach dem Sprüchwort: Ote toi ‘<^le Ki ,que je m’y mette lustig auf die Leute los verleumdet, weil man sich an deren Stelle setzen wollte. Dies geht auch daraus hervor, daß man dem König eine höhere Summe bei Neuverkauf der Parlamentsstellen in Aussicht stellte. Und um desto sicherer den Schlag auszuführen, klagte man die bisherigen Parlamentsglieder an, sie stammten von Juden ab, was noch nicht einmal erwiesen war. Frankreich war übrigens lange Zeit das Land der Juden-Bertreibung par excellence; ein Beweis hiervon ist, daß Jahrhunderte lang vou Philipp August an (1180—1223) bis zur Revolution von 1789 es fast gar keine Juden mehr in j Frankreich gab, wenn man von Elsaß-Lothringen absieht, welche ersteres im 17., .1 letzteres im 16. Jahrhundert von Frankreich anectirt wurden und dann noch von; einigen Landstrichen tut Süden, die auch später an Frankreich fielen und in denen j meist spanische und italienische Juden wohnten, wie z. B. in Avignon, der alten päpstlichen Residenz. Jur Geschichte der Juden im Vorarlberg. (Schluß). Diese Verordnung schon am 17. Dezember 1653 erlassen, betraf alle Inden, sowohl einheimische als fremde, und wurde noch unterm 18. Juni 1757 erneuert. — Da Hohenems als eine Reichsherrschaft dem Auslande gleichgestellt war, io