Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Diejenigen ans Valencia und Majorka sin ihren Orden) welche die dritte Oeneratiou als Christen noch nicht durchlebt haben (also welche nicht 3 Ahnen haben) werden;,Ji mit Mißtrauen angesehen nnd mit der größten Strenge behandelt. s Das. Provinzial-Parlament von Toulouse hat niemals Neophyten in die Gerichtsverwaltung ausgenommen. Aymar ist es zwar gelungen, seine Söhne in . V Böziers und von da ins Parlament zu Toulouse einzuschmuggeln; allein man hat sie veranlaßt, ihre Aemter niederzulegen. Diese gerade sind es. welche einen Teil unseres Parlamentes (der Provence) bilden sollen! Warum wird das Parlament sie ausnehmen nnd ihr einziger Zufluchtsort sein? Unter den Grafen der Provence würden sie sich nie zu solchein Ehrgeiz verstiegen haben, warum diese Gunst unter dem allerchristlichsten König? Sie sind nur Christen zum Schein, sie beobachten ihre alte Religion, sie tragen selbst zu den Kosten der Synagoge von Avignon bei. Beweis: Ein Jude jener Stadt, der kam, um' den Beitrag für die Gemeinde zu erheben, hat sich irrtümlich an einen wirklichen Christen gewendet (den er für einen Schein-Christen hielt). Es ist den Neophyten gelungen, die Angelegenheit zu, vertuschen, allein Nichts ist leichter, als eine Untersuchung einzuleiten und den Thatbestand festzustellen. ' Dann sind sie zu einig unter sich, sie stecken sich zusammen, um sich gegen-' seitig zu helfen; sie haben nur einen Willen, und „vertrauen ihre Geheimnisse nur unter sich.einander an!" Sie sind die reichsten in der ganzen Provence und bald werden alle ihre Aemter in ihren Händen sein. Ueberdies sparen sie Nichts, um zu Ehren und zu Ansehen zu gelangen. ‘ j i Sie haben jene Neugierde, welche Alles wissen will, was in Privathäusern gesprochen und gethan wird; sie sprechen, (als Beamte) nur Recht, um die Einen ' zu begünstigen und die Andern einzuschüchtern. Diejenigen, welche Gerichtsbeamte sind, fürchten nicht, Wucher zu treiben und selbst mit Waaren zu schachern. Aber was am Meisten zu fürchten ist, das ist ihre Glaubens-Verschiedenheit,; indem sie keine eigentlichen Christen sind; es ist nicht klug, sie alle in einer Provinz zu lassen. Ihr Geiz ist so groß, daß sie ohne Zweifel ihren Glauben verkaufen»;; gerade so wie sie Gottes Sohn verkauft haben. Während der letzten Wirren haben sie eine Zuflucht zu Avignon gesucht, ihrem Heimatsland, denn sie betrachten si ch ( mehr als Unterthanen des Papstes als die des Königs. Endlich sieht man an ihnen sichere Zeichen des Fluches Gottes: sie sind . ,' krank am Charfreitag diese Nachkommen derer, welche Jesus angespuckt haben, wenn v sie ausspucken, so fällt der Spuck auf sie zurück! Welche Schande, solche Leute in unserm Land zu dulden! Schluß: Man muß sie fortjagen und ihre Güter einziehen, welche mehr . als eine Million Gold >vert sind. Wenn man zögert sie zu verbannen, so nehme man ihnen wenigstens die Aemter, welche wieder verkauft werden können und zwar