Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1900)
- Date
- 1900-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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92 deckte, auf die Bühne gebracht. Seine Laufbahn begann dieser Heldentenor in Karlsruhe. Die zahlreichen Gastspiele des Künstlers verteilen sich auf die bedeutendsten Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. — Dr. Stein in Karlsruhe wurde zum Oberlandesgerichtsrat befördert. — In Meran ist die 35iähri'ge Schriftstellerin Adele - Serger, die durch zahlreiche Uebertragungen fremdsprachiger Romane einen angesehenen Namen erlangt hatte, gestorben. ~ Die Akademie der Medizin in Paris hat in ihrer Jahressitzung folgende Preise verteilt: Den Preis von Argenteuil nn. Betrage von 1500 Frcs. an Dr. Wassermann, den Preis Capuron (1000 Frcs.) an die Drs. Segall und Weinberg in Paris, den Preis Desportes (1000 Frcs.) an Dr. Schoull, Chefarzt des französischen Hospitals in Tunis, den Preis Lavorie (500 Frcs.) an Dr. Weinberg. — Eine jüdische statistische Gesellschaft mit dem Sitze in Paris soll auf Anregung Bernard Lazares demnächst gegründet werden. Sie soll verläßliche statistische Daten über die ökonomische und kulturelle Lage der Jude» in den Ländern der neuen und der alten Welt einsammeln. — Eine „Bibliothek der jüdischen Arbeiter aus Rußland" ist kürzlich in Paris gegründet worden. Die Bibliothek, die gleichzeitig ein Lesezimmer besitzt, findet bei den etwa 5000 russisch-jüdischen Arbeitern, die in Paris leben, das regste Interesse. Sie ist ausschließlich ans die dürftigen Beiträge ihrer Mitglieder angewiesen. Die Benutzung ist vollständig gebührenfrei und jedermann gestattet. — Die französische Erbsteuer für den Baron Kirschs Nachlaß beträgt 12 Millionen Frcs. die neulich ausbezahlt wurden. -t In Paris wird gegenwärtig der Bau einer Eisenbahn durch die Wüste Sahara geplant. Die Mittel für die hierzu zu entsendende Forschungskommission in der Höhe von einer Million sind bereits vorhanden. Das zu prüfende Gebiet umfaßt über 3000 Kilometer. — Das tote Meer wird jetzt mit. einem Dampfer befahren der den Verkehr zivischen den an seinen Ufern gelegenen Ortschaften vermitteln soll. — Auf Anregung des Grand-Rabbin von Frankreich hat der Anfsichtsrat des jüdischen Seminars beschlossen, in der Talmudthoraschule eine besondere Klasse zur! Ausbildung von Cantoren einzurichten. Die allgemeine theologische Ausbildung sollen die Schüler dieser Klassen in Gemeinschaft mit den übrigen Schüler» erhalten. — In Paris starb Professor Louis Denloew, friihcr Professor und Rektor der Fakultät zu Dijon. Benloew gehört zu der nicht kleinen Zahl der deutschen Philologen, die im Anfänge der vierziger Jahre nach Frankreich auswanderten, weil sie als Juden in der Heimat keinen Wirkungskreis fanden. Es seien von ihnen Heinrich Weil und S- Munk als die bekanntesten genannt. 1818 zu Erfurt geboren, besuchte Benloew von 1827 bis 1836 das Gymnasium seiner Vaterstadt. Seine Universitätsstudien machte er in Göttingen, Leipzig und Berlin. 1841 wunderte er nach Frankreich aus. Er erhielt eine Stelle als Lehrerder neueren Sprachen in Nantes; 1843 kam er in gleicher Eigenschaft nach Bourges. 1847 kam er nach Paris, um den Posten eines Konservators bei der Bibliothek der Sarbonne zu übernehmen. 1849 folgte er einem Rufe an die Fakultät zu Dijon, bei der ihm