Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1900)
- Date
- 1900-04-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2969669-2969879-2969884--5980-2975302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
93 .. ■ :Vi der Lehrstuhl der alten Litteratur übertragen wurde. Aus Gesundheitsrücksichten gab Benloew 1882 sein Lehramt ans, nachdem er zuletzt Doyen der Fakultät gewesen war und seither lebte er in Paris. Er war mit Meta Benfay, der Tochter des Sanskritisten Theodor Benfay, verheiratet. In die Wissenschaft führte sich Benloew sehr vorteilhaft mit einer Ausgabe der Tragödien des Sophokles ein. Daran schlossen - sich vergleichende Untersuchungen über die Sprache des Sophokles, Aeschylos und Euripides an, mit denen Benloew 1817 in Paris die Doktorwürde erwarb. In der Folge beschäftigte sich Benloew in erster Reihe mit sprachwissenschaftlichen Studien. Die Arbeiten Benloews bewegen sich in der Richtung, daß daraus auch vielfach die Völkerkunde Nutzen gezogen hat. Allgemeine Beachtung fand Benloews gemeinsam mit Heinrich Weil bearbeitetes Werk „Allgemeine Lehre der lateinischen Accentnation" vom Jahre 1855. Anzuschließen sind hier die Werke: „Die Accentuation der indoeuropäischen Sprachen (1848), „Grnndzüge einer Theorie der Rythmen" (1862), „Allgemeine Darstellung der vergleichenden Sprachwissenschaft" (1856). Nicht nur an seine engeren Fachgenossen die Altphilologen, sondern auch an viele Andere, insbesvnhere die Historiker und Ethnologen, wandte sich Benloew mit den Büchern:. „Griechenland vor den Griechen, linguistische Studien, Pelasger, Leleger, Semiten, Ionier" (1877), „Der Ursprung der japhetischen und semitischen Zahlenbenenuungen" (1862), „Die Semiten in Ilion oder die Wahrheit über den Trojanischen Krieg,, (1863), „Analyse der albanischen Sprache" (1879). — Im 45. Lebensjahre starb in Paris der bekannte Verlagsbuchhändler Paul Calman Lrvy nach langem Leiden. — Am 15. Februar fand in der Synagoge in Neapel ein Trauergottesdienst für den in Paris am 7. Februar verstorbenen Adolph von Rothschild statt. — In London wurde vor Kurzem eine Cromwell-Statüe enthüllt, die Herr Charles Werlhrimer aus eigenen Mitteln errichten ließ. Lord Rosebery gedachte in seiner Eröffnungsrede der hohen Verdienste, die sich Clomwell um die Juden erworben hatte, indem er ihnen den Einzug in England gestattete. Zuin Schluffe hob der Redner hervor, daß Cromwell ein warmer und gläubiger Anhänger der Bibel war und daß ihm die Persölilichkeiten des alten Testaments stets als Vorbilder voranleuchtete». — In der Feuilletonrubrik des hebräischen Tageblattes „Hazefirah" erscheint seit Neujahr eine hebräische Übersetzung von Shakespeares „Hamlet" in Fortsetzungen. Die Übersetzung hält sich an das Versmaß des Originals. Sie stammt aus der Feder Ch. I. Kornsteins. — Von Iangwill ist ein »euer Novellenband unter dem Titel: „They that in darkness, Ghettotragedies“ bei W. Heinemanu in London erschienen. Er enthält: „Der Satan als Ankläger", „Ans dem Tagsbuche eines Abtrünnigen" u. a. — Herr Dr. Uenbaner der Bibliothekar an der, Bodleyanischen Bibliothek in Grford ist wegen eines Augenleidens von seinem Amte zurückgetreten und in ehrenvoller Weise in den Ruhestand versetzt worden. - Im jüdisch-litterarischen Verein in London hielt jüngst Mr. Israel Abrahams einen Vortrag, ivoriu er nachwies, daß im Laufe des 16. Jahrhunderts einige aus