Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1900)
- Date
- 1900-04-01
- Page
- Seite 85 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Herz zu Dem erheben/ der nach unerforschlicher Weisheit alle menschliche Dinge lenkt. Dies wollen wir thun in Gottes Haus oder in unserm Gemache, in der heiligen oder in der Landessprache, wir wollen es thun selbst auf die Gefahr hin, von den sogenannten starken Geistern mitleidig belächelt zu werden wir wollen zwar mit solchen frommen Übungen nicht prahlen aber uns auch ihrer nicht schämen, und so erleben wir gewiß noch den Tag, da unsre öffentliche Gottesverehrung, von ihre» Schlacken gereinigt, sich in hehrer Glorie zeigen wird, da wir mit dem frommen königlichen Sänger werden ausrufen können: Ich freue mich, wenn sie zu mir sagen, wir wollen in das Haus Gottes gehn. Ihr, lieben Kinder, habet vielleicht aus Unbekanntschaft mit den Weltverhältnissen von dem Gesagten Manches nicht fassen können. Die Angelegenheiten des Tages kümmern Euch nicht; aber die Pflichten aller Zeiten nnd aller Arten sind für Euch da, wie für alle. Um Gott mit Leib und Seele zu verehren, dazu seid Ihr nicht zu jung, da Ihr es doch nicht seid, nm Geschicklichkeiten jeder Art zu erwerben. So wisset denn, daß Geschicklichkeiten Euch nicht zieren,, wenn sie nicht mit Gottesfurcht gepaart sind. Vernachlässiget daher keine der Pflichten, die auf innere und äußere Gottesverehrung Bezug haben und zu denen Ihr sowohl in der Schule als zu Hause aiigehalten werdet, zeiget Ihr Euch dann zugleich geschickt und verständig, so können wir mit dem Psalmisteu sagen: Unsre Söhne sind liebliche Pflanzen, die beim ersten Aufsprossen mit Sorgfalt gepflegt werden, unsre Töchter sind die schönsten Zierden unsrer Wohnungen und erheben sie durch ihre stillen Tugenden zu Palästen. Dann sind Eure Eltern belohnt für die Arbeit im Schweiße des Angesichtes. O Gott für diese Kinder beten wir zu Dir. Mache, daß wir durch sie glücklich und sie durch uns fronini und tugendhaft werden und Dein Name wird gepriesen nnd verherrlicht werden von uns und unsern spätesten Nachkommen in Ewigkeit. Amen- Jur Geschichte der Juden im Worarwerg. (Fortsetzung aus Nr. 9 1899). Es ist uns bekannt, daß dieser Chronist im Anfänge des Jahres 1672 nach Feldkirch kam und wir können uns gar nicht vürstellen, wie dieser eifrige Sammler nicht in der Lage hätte sein sollen, über dieses jedenfalls Aufsehen erregende Faktum einer Judenverfolgung authentischere Belege als nur die mündliche Überlieferung zu erlange», wenn sich diese ivirklich in demselben Jahrhundert ereignet hätte, in welchem Prugger in Feldkirch wirkte. Uns will es bedünken, daß das Borkomninis dieser Judenverfolgung weit früher stattgefunden habe und zwar in einer Zeit, aus welcher dem Chronisten die Akten nicht mehr zugänglich waren und daß die Näherrückung des Ereignisses lediglich nur dem Drange so mancher Er-