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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-03-01 · Heft 3 (1.3.1900) · p. Seite 70

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 3 (1.3.1900)
Date
1900-03-01
Page
Seite 70 (sequence 22)
Language
German
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unter der Leitung ihres Chormeisters, Professor Josef Sulzer, zur Aufführung brachten. Den Solopart sang Herr Max Ulanowsky, die Orgelbegleitung besorgte Herr Clavierfabrikant Kohn. Die Aufführung war, namentlich was die Chorleistung und Chorleitung betrifft, eine künstlerisch vollendete, und mit vollster Befriedigung konnte der Sohn zum Vater aufblicken, dessen Büste im Hintergründe der Sängerestrade in einem Blumenhaine aufgestellt war. Als die letzten Accorde des tiefergreifenden Talmnd verklungen waren, betrat der k. u. k. Hofschauspielerund Oberregisseur, Herr Adolf Ritter von Sonnenthal, die Estrade und las eine von Herrn Dr. M. Löwy, verfaßte Biographie Sulzers vor, in welcher das Leben und Wirken des verewigten Meisters, seine Leistlingen als Sänger und Componist und seine Verdienste um die Reform des Synagogengesanges erschöpfende Würdigung fanden. Wie Meister Sonuenthal die Biographie vorlas, ist schwer zn schildern. Der lebenswarme Vortrag, der bezaubernde Klang seiner weichen Stimme, die alle Stufen der Empfindungen beherrschend, den Zuhörer bald zu gehobener Freudigkeit, bald zu wehmutsvollem Gedanken leitete, gestalteten die gebotene Charakteristik zu einem scharf ausgeprägten Relief, und in fast greifbare Erscheinung trat das Bild des genialen Zionsängers und Reformators des modernen Synagogengesanges, dem die ganze Versammlung pietätvolle Erinnerung widmete. Die Vorlesung Sonnenthals, die unter stürmischem Applaus endigte, vermittelte erst die weihevolle Stimmung, unter welcher derihierauf folgende zweite Teil des Requfenis (Psalm 16) um so mächtiger wirkte. Die hiernach zur Aufführung gelangten Chor- und Sologesänge (die Soli sangen abwechselnd Herr Max Ulanowsky und Herr Cantor Smotritzky) wurden alle ausgezeichnet und mit größter Präcision zu Gehör gebracht, und manche derselben, namentlich «der „Adonoj Moloch,“ waren von überraschend schöner Klangwirkung. Dirigent, Chor und Solisten können mit dem wohlverdienten Erfolge vollauf zufrieden sein. Vielen Beifall fand auch eine von Professor Josef Sulzer am Violoncelle mit virtuoser Technik gespielte Improvisation über Melodien aus dem Werke „8clrir Zion’7, (Unsanne tokef), wobei Herr Dr. H. Schenker die Klavierbegleitung besorgte. — Fräulein Selma Kur;, früher in Frankfurt a. W., die seit kurzer Zeit am Wiener Hofoperntheater für erste Partien engagiert ist, ist eine Schülerin des allseitsbeliebten und hochgeachteten Obercantors Goldmann au der israel. Cnltusgemeinde zu Bielitz. Die hervorragende Künstlerin, hat im großen Musikvereinssaale vor einem auserlesenen Publikum gesungen. Die Vielgefeierte wurde mit Beifall überschüttet und wiederholt gerufen. Meserale und Witteilungen. Ialkut Wachiri, Sammlung halachifcher und hagadischer Stellen aus Talmud und Midraschim zu den 150 Psalmen von K. Machir ben Abba Mari. Zum ersten Male nach einer Handschrift herausgegeben mit Bemerkungen genauer Jndi-

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