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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-03-01 · Heft 3 (1.3.1900) · p. Seite 68

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 3 (1.3.1900)
Date
1900-03-01
Page
Seite 68 (sequence 20)
Language
German
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68 , künstliche und witzige Geheimniß liege. — Bei der Jahrhundertfeier der Universität Kreslau hat Professor Dr.- Jakob Earo die Festrede gehalten. — Aus der Synagogen- Gemeinde Königsberg in Preußen ist eine Anzahl von orthodoxen Gemeindemitgliedern ausgetreten, um eine Separatgemeinde zu bilden. — Von Keines Gedichten sind einzelne auch ins Hebräische übertragen worden. S. Luria, M. Letteris, W..Kaplan, S. Mandelkern, L. Levin, I. L. Bruchowitz und L. Schulmann waren die Übersetzer. Von Schulmann stammt aucheine hebräische Lebensbeschreibung des Dichters. Auch in dem von Sokolow herausgegebenen Jahrbuche der „Hazephira" für 5660 sind mehrere Gedichte Heines in gelungener Übersetzung zu finden. — Das Reisestipendium der Reichert'schen Stiftung für talentvolle Studierende der bildenden Künste in Berlin ist in diesem Jahre den Herren cand. arch. Gustav Ölsner und Viktor Masur zu gleichen Teilen verliehe» worden. Ölsner hattte schon bei der letzten Preisverteilung der Technischen Hochschule in Charlottenburg den großen Preis der Abteilung für Architektur davongetragen. — Herr Prof. Dr. L. Geiger veröffentlichte jüngst einen höchst interessanten Brief. Chr. A. Clodius, ein Leipziger Dichter und Professor, der an den Gedichten des jungen Goethe, des damaligen Leipziger Studenten, viel zu tadeln fand, für seine eigenen Dichtungen aber von dem Getadelten stark parodirt wurde schrieb an Mendelssohn (18. Januar 1772): „Sie sind ein Deutscher im eigentlichsten Verstände, ein rechtschaffener Mann und ein Freund seines Vaterlandes, Ihre Schriften und Ihr Charakter gewann Ihnen die, Achtung der Ausländer; schreiben Sie es auf die Rechnung dieser Umstände, daß ich Ihnen zwei junge, verdiente Männer aus Paris empfehle". — Im Derliner Verein für jüdische Geschichte und Litteratur hielt jüngst Professor Dr. Fritz Komme einen Vortrag über das Thema: „Der Gestirndienst der alten Araber und die altisraelitischen Überlieferung". Der Redner wies, gestützt auf die neuesten assyriologischen Forschungen nach, daß es schon vor Abraham eiüen stark verbreiteten Mondcultus unter den semitischen Völkerschaften gegeben habe, und daß sich die Elemente dieses Volksglaubens bis zum Auftreten Mosis neben einer halb monotheistischen Religion erhalten haben. — Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Köln hielt der Redakteur Carl Krisch einen Vortrag: „Ein Gang durch das Kölner Judenviertel". Redner führte die Zuhörer in Gedanken in die erste Hälfte des Mittelalters zurück, da man 1100—1150 schrieb, durchschritt mit ihnen die die engen Gassen des Judenviertels am Rathause, zeigte ihnen die außen düsteren aber innen behaglichen Wohnungen, beschrieb die Synagoge und die anderen öffentlichen Gebäude der Gemeinde, schilderte die äußere und innere Lage derselben, ihr Familienleben, ihren Handel und Wandel, erzählte einige lebhafte Episoden aus jener Zeit und schloß mit den überzeigenden Beweisen, daß die Stellung der Juden in der ersten Hälfte des Mittelalters nicht so trübe gewesen sei, wie am Ende des. Mittelalters. — In der Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde in Hrrlin kam es jüngst bei Beratung des Antrags des Herrn Professors Lewin,

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