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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-03-01 · Heft 3 (1.3.1900) · p. Seite 65

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 3 (1.3.1900)
Date
1900-03-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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66 - ^4; ryg$ welcher die Juden im persischen Heimatlande selbst die Heimat finden ließ. Möchten doch unsere Glaubensgenossen in den von religiösen Gegensätzen bewegten Zeiten lernen, wohl die um ihres Glaubens willen verfolgten Brüder, die jenseits des Ozeans oder in der Heimstätte historischer Erinnerungen, in Palästina sich angesiedelt haben, mit Liebe und Treue zu schützen und zu stützen durch Liebe und Treue aber im Vaterlande das Vaterland zu gewinnen. Dr. S. Naschsr. Wonatsschau. In Stultgarl besteht seit fünf Jahren ein Verein für Kulturgeschichte und wissenschaftliche Vorträge mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse des Judentums in alter und neuer Zeit, der es sich zu seiner Aufgabe macht, vie Bedeutung des Judentums in der Kulturgeschichte der Menschheit hervorzuheben. Er hat das lebhafte Bestreben, die großen Fortschritte unserer Zeit mit vollem Bewußtsein und klarem Ziele auch für das Judentum nutzbar zu machen und den Anschluß an dieselben zu empfehlen. Es wurden in den letzten drei Jahren in demselben äußerst lehrreiche Vorträge gehalten, von denen einer, die „Mittel zur geistigen Hebung des Judentums" von Max Hausmeister uns gedruckt vorliegt. Aus dem Mitgeteilten ersehen wir, daß besagter Verein über die Ziele der gewöhnlichen Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland weit hinausgeht, weshalb wir über das geistige Leben in demselben uns ausführlicher von Zeit zu Zeit zu berichte»« Vorbehalten. — Das jüdisch-theologische Seminar in Krrslau versendet seinen Jahresbericht, welcher eingeleitet wird durch eine größere wissenschaftliche Arbeit des Seminardozenten Dr. S. Horvvitz über die Psychologie bei den jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters von Saadia bis Maimuni, Heft II. Der Chronik der Anstalt entnehnien wir, daß die Kandidaten Dr. Johann Krengel, Dr. Julius Reach und Julius Zimels als Rabbiner entlassen wurden. Das Seminar zählt gegenwärtig 24 Hörer. — In Straßburg hielt Herr Dr.> Levy aus Mühlhausen einen Vortrag über „Arbeit und Arbeiter im Licht des Judentums", über den hier Einiges folgen mag: An der Hand der Bibel und des Talmud führte der Vortragende den Nachweis, daß die Arbeit im Judentum von jeher in hohem Ansehen gestanden hat. Die biblischen Verheißungen, so führte der Redner aus, beziehen sich auf die Arbeit; Acker-, Landbau und Viehzucht sind durch die iveisen Bestimmungen der mosaischen Gesetzgebung gefördert und gesichert, des Handels >vird mit keinem Worte gedacht. Die heiligen Schriften der Juden atmen Hochschätzung der fleißigen Arbeit und Abscheu vor der Faulheit und dem Müßiggang. In dem apokryphischen Buch Sirach heißt es ausdrücklich: „Hasse nicht mühselige Arbeit und den vom Höchsten geschaffenen Ackerbau." In dem großen Talmud- >verk findet man kaum ein Wort zu Ehren des Handels, wohl aber viele Aussprüche

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