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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-02-01 · Heft 2 (1.2.1900) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 2 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
Seite 46 (sequence 23)
Language
German
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Weferate und Mitteilungen. „Dibre Jehuda Haachrouim," Studien und Kritiken enthaltend, von Herrn Rabbiner Leopold Eisler. Wien 1899, Commissionsverlag von Ch. D. Lippe. Herr Rabbiner Leopold Eisler, einer der gelehrtesten Rabbiner Mährens, der sein Leben mit Erfolg in den Dienst der jüdischen Wissenschaft gestellt hat, bietet uns in der fünfzig Seiten umfassenden Schrift recht wertvolle Forschungen über die Textgestalt der Tosifta wie über Lesarten in unserem Gebetbuche. Sehr wertvoll war uns die Mitteilung auf Seite 44, eine ausgezeichnete Correctur des sel. Rabbiners Jakob Brüll enthaltend, die unseres Wissens nach nicht gedruckt ist und die wie Herr Rabbiner Eisler sich ausdrückt „die Wahrheit selbst ist". Äußerst interessant und lehrreich ist der mitgeteilte Briefwechsel zwischen Herrn Rabbiner Eisler und dem sel. Jakob Reifmann. Der Verein der Lehrer Mährens und Schlesiens, der eine Gebetbuchansgabe mit deutscher Übersetzung veröffentlichte, wird auf Seite 16 hart mitgenommen. Hoffen wir, daß Herr Rabbiner Leopold Eisler uns trotz seines Alters noch ferner durch Herausgabe seiner Forschungen erfreuen wird, die immer auf einen erlesenen Leserkreis rechnen können, der ihm die gebührende Anerkennung sichert. — L. Reinhardt. Kennt die Bibel das Jenseits und woher stammt der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele, an Hölle, Fegfeuer (Zwischenzustand) und Himmel? München 1900, E. Reinhardt, Verlagsbuchhandlung. Der Verfasser führt i» sehr ausführlicher und objektiver Weise den Nachweis, daß weder das alte »och das neue Testament den Glauben an ein Jenseits oder an die Unsterblichkeit der Seele enthalten und daß diese Gedankenkreise heidnischen Ursprunges erst später in die Bibel hinein interpretiert wurden. Der Verfasser schreckt auch vor den Folgen dieser Erkenntnis nicht zurück, sondern erwartet vielmehr davon eine Erneuerung und Gesundung des religiösen Lebens indem dadurch erst recht die Gottesherrschaft zu der ihr gebührenden Macht und zu dem ihr zustehenden Einfluß gelangen wird. Die Schrift, die aus ehrlicher Gesinnung stammt und von Liebe zur Wahrheit getragen ist, wird von allen andersdenkenden Juden und Christen mit Stutzen gelesen werde» und dem Verfasser, der über ein reiches Wissen verfügt, die verdiente Anerkennung bringen. — Die altfranzösijcheii Wörter im Machsor Vitry nach der Ausgabe des Vereins,, Mekize Nirdamin" von Dr. Gustav Schlesinger. I. Kanffmann Frankfurt a. M Preis 2 Mk. Für die Erforschung der ältesten Perioden des Deutschen und der romanischen Sprachen sind die verschiedenen Glossen von größter Wichtigkeit gewesen. Eine ähnliche Bedeutung darf auch den Glossen zuerkannt werden, die der Verfasser nach dem Machsor Vitry behandelt; der Romanist findet darin reichen Stoff für etymologische Forschungen. Außerdem aber bieten sie zahlreiche Anhaltspunkte für die Bestimmung des Lautwertcs der hebräischen Buchstaben dar, und durch die Anwendung der Grundsätze der heutigen phonetischen

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