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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-02-01 · Heft 2 (1.2.1900) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 2 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
Seite 45 (sequence 22)
Language
German
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— 46 Menschheit, gleichsam als Etappen, die der Humanität und dem Altruismus geweihten Vereinigungen sich mehren und vergrößern als glänzende Zeugen der Veredelung' sdes Menschengeistes. Weiter, immer weiter schreitet die Menschheit auf dieser Bahn. Unbeirrt durch den Kampf und das Gezänke der Parteien, um den wüsten Lärm des fanatischen Rassenkampfes, unbehindert durch den harten Kampf ums Dasein, folgt sie dem ewigen Gesetze der Entwicklung zu höchster Gesittung und^ethischer Vollkommenheit — folgt sie unwiderstehlich dem Gesetze, das sie aufwärts führt, hinauf, in jene lichten Höhen, in denen glanzumflossen das höchste, Ideal der Menschheit und deren schönste Tugend, die Nächstenliebe, thront." — Dem bekannten antisemitischen Hetzpfarrer Josef Deckert hat die Antisemitische Majorität des Wiener Gemeinderats die doppelte goldene Salvator-Medaille, die höchste komunale Auszeichnung, verliehen. Die protestantischen Mitglieder des Gemeinderats protestierten gegen diesen Beschluß. Deckert hat noch kürzlich in einer Broschüre das Märchen vom Selbstmord Luthers aufgefrischt und verbreitet. — JnIBrünn wurde eine jüdische Lesehalle und Volksbibliothek ins Leben gerufen. — Franz Smolka, der verstorbene, berühmte österreichische Staatsmann und langjährige Reichratspräsident,war als entschiedener Judensreund bekannt. Jene flammende Rede, die er anläßlich Beratung der Judenfrage im Leinberger Landtage am 30. September 1868 im Interesse der Juden hielt, erlangte Weltberühmtheit, Smolka erreichte ein Alter von fast 90 Jahren. — Aus Vag-Neustadtl wird gemeldet, daß Herr Bernard Elias dort zum vierten Mal einstinimig zum Stadtrichter gewählt wurde. — Der Erzherzog Rainer, ein bekannter Förderer von Kunst und Wissenschaft, hat der Wiener Hofbibliothek seine Papyrus-Sammlung zum Geschenk gemacht, die bisher schon bekannt war unter 'dem Namen Papyrus Erzherzog Rainer und seit 1b Jahren in dem österreichischen Museum für Kunst und Industrie untergebracht war. Der in dieser Art einzige Schatz enthält zahlreiche Schriftdenkmäler aus Papyrus, Pergament, Papier, Holz, Leder, Thon u. s. w. Unter diesen finden sich etwa 70,000 griechische, 30,000 arabische und 5,000 koptische Stücke. Zu der überaus kostbaren Kollektion demotischer Papyrus, die in ihrer reichen Zusammensetzung ohne Gleichen dasteht, gesellen sich ferner größere Reihen Urkunden in hebräischer und aramäischer Sprache. Der Schatz betrifft rund dritthalbtausend Jahre. Die größte Bibliothek der österreichischen Monarchie, die schon jetzt etwa 20,OM lateinische und modern sprachliche und 10M griea^sche -y Manuskripte besitzt, wird durch diese Schenkung nach Art des britischen Museums / in London zu einem Generaldepot der denkbar verschiedensten Schrifterzeugnisse aller Zeiten. — Die jüdische Gemeinde in St. Petersburg hat im abgelaufenen Jahre 77185 Rubel vereinnahmt, 70822 Rubel ausgegeben, davon für die Synagogen 28251, für wohltätige Zwecke 8144 Rubel. ■; th,,iv Vf V ,4 ■ 4,,

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