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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-02-01 · Heft 2 (1.2.1900) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 2 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
Seite 41 (sequence 18)
Language
German
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— 41 — Wonatsschau. Der Ausschuß des Deutschen Kabbinerverbandes hat jüngst in Kerlin getagt, Berichte erstattet und entgegengenommen. Die Berichte betrafen die Petition wegen Einführung obligatorischen jüdischen Religionsunterrichts, die Lehrmittel für den Religionsunterricht, die Gründung einer Pensionskasse und die Kommunalbesteuerung der Rabbiner in Preußen. — Eine neuere Verfügung der hessischen Regierung ordnet an, daß im städtischen Schulvorstande zu Main;, dem bisher nur die katholische und evangelische Geistlichkeit angehörte, nun auch jüdische und freireligiöse Vertreter Sitz und Stimme erhalten sollen. — Herr Professor Dr. Moritz Steinschneider in Herlin, der im April sein vierundachtzigstes Lebensjahr vollendet, ist noch an die Ausarbeitung eines Werkes herangegangen, zu dem er seit 50 Jahren die Materialien gesammelt hat. Professor Steinschneider wird in diesem „Biblio* theca judaea-arabica“ betitelten Werke das gesamte Schrifttum der Juden in arabischer Sprache, einschließlich der Übersetzungen, bibliographisch verzeichnen und zugleich die wichtigsten biographischen Nachrichten über deren Verfasser mitteilen.— Wenig bekannt dürfte es sein, daß schon Weimar, der Ende des zehnten und Anfang des elften Jahrhunderts als Probst des Klosters Walbeck und später als Bischof von Merseburg lebte, in seiner Chronik, die hauptsächlich die Geschichte der späteren sächsischen Kaiser behandelt, rühmlich der Treue eines Juden gegen seinen Kaiser gedenkt.. Chronik III, 12, wo die für Kaiser Otto II. unglückliche Schlacht in Süditalien geschildert wird, heißt es folgendermaßen: „Der Kaiser aber entkam mit seinem Neffen Otto und den Übrigen fliehend ans Meer, und wie er in der Ferne ein Schiff, eine sogenannte Salandria, erblickte, eilte er auf dem Rosse des Juden Calonimus darauf zu: das Schiff aber fuhr vorrüber und weigerte sich, ihn anfzunehmen. Als jener nach den Schutzwerken ani Ufer sich wendete, fand er den Juden noch daselbst stehen, der voll Besorgnis abwartete, ivie es seinem geliebten Herrn ergehen würde. Als nun der Kaiser die Feinde herankommen sah» fragte er den Juden, ivas aus ihm werden solle. Und als er gewahrte, daß er bei jenem einen Freund habe, von dem er Hilfe erwarten könnte, sprengte er von neuem imt dem Rosse ins Meer, nach einer anderen Salandria, die nachfogte, in die er ausgenommen wurde rc." Sv war es also ein Jude, der den Kaiser durch die Schenkung eines Rosses vor der Gefangenschaft der Feinde rettete. — In seinem jüngst er» schienenen Werke „Der Kaufmann in der deutschen Vergangenheit"" (Leipzig, E. Diederichs) erzählt der gefeierte Kulturhistoriker'Dr. G. Steinhaufen: „Die Juden waren die eigentlichen Träger des Handels im fränkischen Reich geworden, gewissermaßen als überkommenes Erbe aus dem zerfallenen Römischen Reiche. In Schwaben sind schon aus dem 4. Jahrhundert Judendenkmale erholtem Sie reisten weit hinaus in. die Ferne, ja bis Indien und China, jaber sie waren auch in den Hauptgegenden des Handels, in de» Rhein- und Donaugegenden zatzl-

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