Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1900)
- Date
- 1900-02-01
- Page
- Seite 40 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn die Fülle des Lebens durchmessen ist, wenn widrige Geschicke und Reflexion über das eigene Leben nicht blos, sondern über menschliches Leben überhaupt, dahingeführt haben, die Interessen als unzureichend, die Ideale als Träume zu erkennen, und der Mensch zur Resignation gedrängt wird, dann bleibt ihm schließlich als das Einzige: „Beschäftigung, die nie ermattet." Sprüche von Woriz Lazarus. Der niedrigste Trieb ist der Nacen- oder Stammeshaß; der niedrigste, weil er der tierische ist, der unter den Tierarten entbrennt, aus keinem anderen Grunde, als wegen ihrer Verschiedenheit. * Humor ist die Religion des Geistes. * Man kann der Sitte, nie aber der Sittlichkeit untreu werden, wenn man sie im Charakter erfaßt hat. * Es führt zum Verfall einer Religion, wenn ein großer Teil ihrer Bekenner Sätze nicht mehr befolgen, in ihrem Herzen nicht mehr anerkennen, und dennoch als Gesetze bestehen lassen. * Ziel und Zweck des Lebens muß einen Inhalt gewinnen, der über die bloßen Familienbedürfnisse hinausgeht. * Nur durch die Pforte der Menschlichkeit kann man zur Göttlichkeit gelangen. * Das Ideal entbehren, heißt auf den Wert des Lebens und der Geschichte verzichten. * Bestimmte Berufsleute unternehmen oft aberwitzige Streifereien in andere, namentlich höhere Gebiete; großartige, messianisch angekündigte Verbesserungspläne oder fundamentale Umgestaltungen werden augekündigt; Mediciner wollen plötzlich die Philosophie, Juristen die Kirche, und alle Welt die ganze Welt verbessern. -i- Es gibt stets noch Leute genug, welche nicht blos Stroh einsammeln, sondern es für die eigentliche Frucht halten. Größe schützt vor Kleinheit nicht.