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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-02-01 · Heft 2 (1.2.1900) · p. Seite 37

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 2 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
Seite 37 (sequence 14)
Language
German
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37 interessante Stellen aus den Werken des Philosophen an. Die Gesetze Moses find die humansten und vorzüglichsten aller jemals gegebenen Gesetze, sie stimntten mit der Natur überein, sind weltberühmt, über die ganze Erde verbreitet, unerschütterlich und unzerstörbar. Von Philos Nachfolgern begegnen wir bei Josephus manchen Stellen, die auf seine genaue Bekanntschaft mit seinen Werken schließen lassen. In den Targumim von Onkelos und Jonathan ben Usiel finden sich wie im Midrasch Rabba gleichfalls viele mit der allegorischen Schrift-Erklärung Philos verwandte Auslegungen. Nicht minder scheinen auch Salomo Jbn Gabriol und Maimonides von ihm beeinflußt zu sein. Später entreißt ihn Asaria de Rossi 1510—1578 der Vergessenheit. Redner schloß mit den Worten: Philo trat gegen den ersten Judenfeind Apion in die Schranken, wir können uns aus seinen Schriften heute noch die kräftigen Waffen zur Bekämpfung des Unglaubens und zur Abwehr unserer Feinde holen und im Studium derselben manche Wahrheit für unsere religiöse und sittliche Kräftigung finden. Aus Köln und Aonn In Köln hat sich ein liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde konstituirt. Was derselbe bezweckt, ersehen wir aus folgendem Programm, welches er an die Gemeindemitglieder versendet: „Der liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Köln" bezweckt, das Interesse der Gemeindemitglieder an einer regeren Entwickelung des Gemeindewesens zu wecken und zu fördern- Zur Erreichung dieses Zweckes ist es in erster Linie notwendig, daß die liberale Richtung innerhalb der Gemeinde stärker znr Geltung gelangt, als es bisher der Fall war. Mit der Durchfühmug dieser Bestrebungen wird in das jüdische Leben tut Allgemeinen und in das Kölner Gemeindewesen im Besonderen kein neues Element hineingebracht; vielmehr habe»' zu allen Zeiten, wie die Entwickelung des Judentums unverkennbar hervortreten läßt, innerhalb desselben zwei Richtungen bestanden, welche sich in steter organischer Fortentwickelung nebeneinander bewegten, die liberale und die orthodoxe. Aus dem Zusammenwirken und im Kampfe dieser beiden Richtungen hat das Judentum allzeit seine beste Kraft geschöpft und es ist eine historisch unbestreitbare Thatsache, daß, sobald eine dieser Richtungen ihre Kraft verlor, die andere allein das jüdische Leben vor der geistigen Stagnation nicht bewahren konnte. Die Erkenntniß dieser historischen Thatsache hat leider in unserer Kölner Gemeinde zufolge des Jndifferentismus eines großen Teiles der liberalen Elemente keinen Boden finden können, und so hat sich hier der eigentümliche Zustand entwickelt, daß die bei weitem überiviegende Majorität der Gemeindemitglieder als auch der Mitglieder der repräsentativen Körperschaften, obwohl selbst durchaus liberal, es nicht vermocht hat, den Bestr^

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