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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-01-01 · Heft 1 (1.1.1900) · p. Seite 13

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 1 (1.1.1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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der Akademie, währendl ich mich für die Oper ausbildete. Schmalhans war bei uns Beiden oft Küchenjmeister; doch unser Humor erhob uns über die gemeinen Anforderungen des Daseins. ■ | Es war natürlich, daß die begabtesten-Zöglinge der Akademie Kameradschaft zusammen hielten, und.wir hatten die Freudediese Elite hoffnungsvolker Künstktr allsonntäglich bei uns! versamüielt z»/sehe»/ Hans Markart, Gabriel Max, Eduard Knrzbauer, s Wilhelm Grvgler is. A. waren da unsere Gäste. Doch die bildenden Knuste svnren es nicht allein/ die in unserem Vereine Vertretung fanden. Auch der-Pvtsie, der Musik, der Schauspielkunst war unsere gastliche Pforte geöffnet. - Ein frischer Gcjst kam aber mit der» - Erscheinen Ludwig Rarnay's in unsere Gesellschaft. Dieser Weiß und mir von Pest her befreundete Hiinmelsstürmer, bei dem die Liebe zilt Dchanspiglkuust eben zinu Durchbruch gekommen war/ hatte Manrerschurz, Zirkel tuijb Winkelmaß an den Nagel gehängt und war den Urhebern seines Daseins bei Nacht und Nebel durchgebrannt »ach Wien. Mit aller Begeisterung einer feurigen Natur Pud aller Eßlust eines Ittjährigeu Menschen, dessen ganze Baarschast in „Hoffnungen* besteht, nahm er an unsere» künstlerische» wie kulinä» rischen Bestrebungen den 'lebhaftesten Anteil.- Bei der herzlichsten Fsrenndschaft, die ich für ihn empfand, erfüllte mich sei» Besuch stets mit einer gewissen Unruhe; denn die „freien Phantasien", womit er mein altersschwaches Instrument zu tractiren pflegte, waren meist so stürmischer Art, daß eine Anzahl zerriss.öuer Saiten, gebrochener Hämmer, taubgewordentr Tasten lmit welchen! wir fast das gleiche Schicksal teilten) als musikalische Opfers seiner-, entfesselten Thätigkeit das Schlachtfeld bedeckten. Einer unserer Dichter fühlte sich veranlaßt, s die Wirkung dieser wild ^gewordenen Phantasie durch eine Variante der bekannten Uhlanü'schen Verse zu poetischem Ausdruck zu bringen: i ' | : | I . f „Noch eiiif hohe Saite zeugt vvsi entschwund'ner Pracht; s Auch diese schon erschüttert, kann reißen über Nacht . / Glücklicherweise nicht die.einzige Aeußerung seiner vielseitigen Pegabung Ungeteilten Beisfalls hatten latischen Erstlinge des! werdenden Schauspielers s'bei uns zu sich von Schiller's „Äon Carlos" bis zu Kotzebue's „Verstudi^rte Rolle wurde! zuerst in unserem Kreise gespielt sich namentlich die drai erfreuen: sie erstreckten zweiflung". Jede ne» waren diese Parfvrce-Touren auf dem Gebiete? der Musik vor einem „Parterre von Kritikern", aber auch vor aufrichtigen Freunden. Mit einer kleinen Episode, die sich zu -jener Zeit zugetragen, hat es folgende Bewandtnis. Eines Abends wsar B übermanut, auf seinem arnay beim Studium einer neuen Rolle, vvw Müdigkeit Lager eiugeschlafen. sDie Sonne leuchtete in s'in Ciemach, als er erwachte; fein erster Blick fiel aus die! geliebte Rolle. Doch wcs war das!

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