Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2969669-2969879-2969881--5892-2975211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die Mädchen lange Zopfe, mit Perlendiirflochteii, Noch ein Vvrsaal, in dem wieder Wächter die Tshnr hüteten, diesmal Garde des Zadik. Endlich wurde in das große' Zimmer, in welchem pflegte. An der Wanv, gegenüber dem Eil auf dem der Zadik;(m in Leder gebundenes R ei» kleiner Schranks c Der Zadik war ein kleiner, magerer Mann Barle. Sein Gesicht merkwürdig. Man.ko allen, einen' keit, Ironie, kurz alles- Einer der Chassidim brc wo ich gewesen, sprach gleichsam eine Extravor „Sie sind ziemlich neugierig, junger Mann", befriedigen. Ihre Familie hat immer die SIPT ' 8 ein großer, schwerer ii Ofen, in dem ein »ite in, deiijelbe.ii. all mu1 Mtznners mit grauen Bärten, die alte Vorhang , bei Seite geschoben und wir der Zadik die Bittsteller zu empfangen gang, stand ein alter türkischer Divan, Gebens ihm befan! sich eins kleines Tischchen, auf dein ein ich lag. An den and:ren Wänden waren noch einige Stühle, - „Mfljges Feuer brannte, sonst nichts, mit weißem Haar und langem weißem »ar sanft und intelligent. Seine blauen Augen waren sehr is finden, was man nur wollte, einen . Fanatismus, Güte, Sanftmut, Heiter- Der Zadik grüßte uns mit der Hand, ohne sich zuerheben, chte nnsStühle, ein anderer zündete ihm die .Lulka, die lange Pfeife an, und dann gingen die Wächter hinflus und wir blieben mit dem Wunderman» allein. Atein Onkel sagte ihm, ich Härte viel von ihm gehört, sogar in Wie», man von jhm. Ich hätte den Wunsch, zu sehen, wie et die Bittenden berate, Nnd befriedige. Er hat ihn die Leute einzulasse» und mir stellnng zu gebe». Der Zadik sah mich an und lächelte, sagte er„ „aber ich will Ihre Neugierde Juden protegiert, und auch Sie sind keine Nosche, kein Judenfeind." Er klingelte, sdn Wächter stürzten herein, und! der Zadik befahl, ibie Leute. der zu Reihe nach einzulassfN/ jedesmal zehn zugleich. Es! war interessant, die jBittsteller beobachte», welche jetzt voll Ehrfurcht h^rcintrateii, ..den Zadik demütig grüßten und in der Nähe der Thür stehe» blieben. Da war ein reicher Jude i» Pelz mii seinem kraiiken Kinde, das erbärinlich schrie, auf dem Arme, nn anderer int ■ geslick ei» dritter, reich gekleidi t, sehr dick, mit einem roten Gesicht, das wie der Pollmond iglänzte, zwei polnische Bauern, in ihren! Schifspelzenj j eine Armenierin, ein Soldat Mennonit, ein beut . in weißer Uniform, ein same Frau in jüdischer Der Zadik sprach mit jedem und für es ruhig. Er haucl jErste war der 'Mann n iKind und! sofort ivurde sprach seif. Gebet und xab den Knaben^iem welche mein Onkel vollkommen richtig fanh. gesund geworden war. -..i" cher Kolonist und! eine hübsche, furcht- Tracht, die sich hinter den anderen versteckte. it dem kranken Kinhe. Der iZadik nahm dieses schreiende jede» fand er Trost, üiat, Hilfe. Der te es ay, strich es mit den Händen, Vater zurück, daun einige Ratschläge, sch horte später, daß das Kind wirklich