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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-01-01 · Heft 1 (1.1.1900) · p. Seite 9

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 1 (1.1.1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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"'"TI Der dicke Ma 9 T >:> mit dem roten Gesicht erzählte, daß er nicht mehr könne, weil ihm jede Nacht der Geist seines. verstorbenen Vaters erscheine. ist denn schuld", sagte der Zadik, „als du selbst? Dein Vater hat dich »uf dem Todtenbett ermahnt, die 600 Dukaten zu bezahlen, welche er dem Salvmon Tabak schlafen ..Wer schuldig war und über welche Tabak keine» Schuldschein besitzt. Du hast Bezahle die .600 sie nicht Dukaten bezahlt, also kommt dein Vater Nachts, dich zu erinnern, und du wirst Ruhe haben."' Plötzlich erblickte der Zadik die hübsche Frau, die sich versteckte. Eb winkte den Änderen^ sich zu entfernen, und forderte die Frau ans. sich zu nähern und neben ihm Platz zu nehmen., „Wozu diese jüdische» Kleider?" sprach er, „ich weiß ja doch, daß du eine Christin und eine Edelsran bist." Die junge Frau wurhe rot und verlangte allein mit dem Zadik zu sprechen. Cr näherte sein Ohr und sie vertrante ihm ihr Geheimnis au. Offenbar war sie mit seinem Rate sehr zufrieden, denn sie legte ein reiches Geschenk ans der kleinen nieder und ging!mit estiem Üächeln hinaus. Jetzt war cs. mein Onkel, der den Zadik zu Rate zog. Zwei Juden hatte» sich geschlagen. Abel Zwiebel hatte den Isaak Maschvrke einen Aniharez, einen Ketzer genannt, und Maschvrke hatte den gute» Zwiebel geprügelt Zwiebel hatte insolgedesseu die Sprache verloren. Er >var stumm >vie ein Fisch, und seine Familie hatte sich beim Gericht beklagt, und man hatte meineni Onkel befohlen, den. Abel Zwiebel zu untersuchen. War er wirklich stumm geworden durch die Dchläge, welche ihm Maschvrke gegeben hatte, so war dies für Maschvrke, der ein! braver, arbeitsamer Mensch mar, ein großes Unglück, und er konnte eine schwer^ Strafe erwarte». . ’ . . .. j Der Zadik lächelte. „Abel Zwiebel stst nicht stumm", sagte er, „er spielt, nur Komödie, lassen sie sich nicht durch ihn j täuschen. Ich kenne beide. Zwiebel ist ein Taugenichts und Maschvrke ein ehrlicher Mang. Mau muß ihm "helfen." Der Zadik gab meineni Onkel den Rat, der ihm sehr gut gefiel, denn mein Onkel liebte solche Spässe, im'b wir begaben uns aus der Stelle »ach Snyatin zu Abraham Zpviebel. ./ j .;; ■ j Wir fanden ihn im Belt, j umgeben von seiner trauernde» Familie.j Mein Onkel setzte sich ruhig au sein Best und begann ihn auszusragen. „Also Asaschorke hat dich geschlagen?" Zwiebel stickte. — „Ec hat dich sehr stark geschlagen, daß du die Sprache verloren hast?" Abel nickte dreimal. - „Da ist nichts zu machen", sagte mein Onkel, „Marschöke wird furchtbar bestraft werden, ma»! wird j ihn für eilt Jahr in das Gefängnis setzen. Ich ,yuß dich aber noch etwas, untersuchen, Zeige mir deine Zunge kam unter der Decke he j Abcl zeigte siey- -„Jetzt den Puls." — Abels Hand rvvr,! und mein Onkel fühlte ihm de» Puls, <Hi»e feierliche Stille herrschte in dein klmien Zimmer, plötzlich sprang Abel in seines» Bette ans und brüllte laut wie ein Stier. Mein Onkel hatte einfach de» Rat des Zadik

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