Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1899)
- Date
- 1899-12-01
- Page
- Seite 286 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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. .—?-!.-• -- ,-^ivv■ — 286 — von Isidor Kaufmann für die österreichische Kunstausstellung in Petersburg und Moskau zur Verfügung gestellt werde. — Am 21 November gab Herr Kammersänger Karl Wäger in Frankfurt a. W. einen Lieder- und Balladen-Abend. Er brachte Lieder von Brahms, Schubert und Schumann zn herrlichem Vortrage. Sein prachtvoller Bariton und seine vollendete dramatische Vortragsweise wirkten begeisternd ans die Versammelten. — Am Buß- und Bettage brachte der Gaecilien-Verein in Frankfurt a. W. Handels Oratorium „Israel in Ägypten" zur Aufführung. Herr- Pros. Grüters kann mit Stolz auf die Leistungen seines Chores Hinblicke». — Bei Gelegenheit des demnächst in London tagenden Kirchenkongresses wird der Bischof von Kichmond in der Westminster-Abtei einen Vortrag halten, an den sich ein Kirchenkonzert anschließen soll. Das Programm ist bereits festgestellt und enthält u. A. den von dem Komponisten Charles Salaman komponierten Psalm „Wie schön sind Deine Wohnungen, o Herr!" Der Psalm war ursprünglich noch mit anderen Gesängen nach dem hebräischen Text im Jahre 1858 für den Gottesdienst der West' London Synagogue of Britisch Jews komponiert worden, wird aber schon seit längerer Zeit mit englischem Text in den meisten Kirchen gesungen. — Der zionistische Zukunftsroman, an welchem vr. Theodor Herst jetzt arbeitet, führt den Titel „Altneuland." — Miß Meodora Gowen, eine sehr begabte Bildhauerin, hat in der Kunstansstellnng von Sidneg die große Medaille erhalten. — Man schreibt ans Uew-Uorlr vom 21. September: Der englische Novellist I. Zangwill hat eine seiner Novellen unter dem Titel Children of the Ghetto dramatisirt. Die erste Aufführung des Stückes ist soeben in Washington vor sich gegangen und hat einen erheblichen Erfolg erzielt. Das vieraktige Drama spielt um die Mitte dieses Jahrhunderts i» London. Samuel Levine, ein Handlnngsreisender, steckt im Scherz einen Ring, den er für seine Verlobte gekauft hat, an den Finger von Hannah Jakobs, der Tochter eines Rabbiners, dabei eine alte Formel, deren Sinn er nicht recht begriffen hat, innrmelnd. Mechesedek Pinkus, ein dichterisch veranlagter Galizier, der soeben in London eingetroffen ist, versteht die Bedeutung der von Lavine gesprochenen Worte und macht ihn und Hannah darauf aufmerksam, daß sie nach dem mosaischen Gesetz nunmehr Eheleute seien. Der Rabbiner, der dann angegangen wird, einen Ausweg zu finden, vollzieht sofort die Scheidung und der erste Akt schließt inmitten von Kundgebungen allgemeiner Zufriedenheit. Im zweiten Akt verlobt sich Hannah mit David Brandon, einem jungen Manne, der soeben aus der Kapstadt zurückgekehrt ist. Sie erzählt ihm von ihrer Heirat mit Levine und der darauf erfolgten Scheidung. Im dritten Akt bittet Brandon bei dem alten Rabbiner um die Hand Hannah's die ihm auch zugesagt wird. Im Laufe der Konversation zieht jedoch der alte Mann die Genehmigung zurück, denn er entdeckte, daß Brandon ein „Cohen", ein Abkömmling der Priester ist, der Hannah, eine Geschiedene, nicht heiraten darf. Das junge Paar fleht ihn auf den Knieen an, die Einwilligung zu geben, der alte Rabbiner aber bleibt unerbittlich, denn „so sagt das Gesetz!" Diese Scene ist von hoher dramatischer