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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-12-01 · Heft 12 (1.12.1899) · p. Seite 284

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 12 (1.12.1899)
Date
1899-12-01
Page
Seite 284 (sequence 20)
Language
German
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284 leiden. Das gemeine Volk sagt ihnen nach, daß sie kleine Kinder fangen und schlachten, weil sie ihr Blut gebrauchen. Als nun 1892 in Wnsieh, einer Stadt 20 Meilen von Shanghai, ähnliche Gerüchte auftanchten, erhielten die Beamten von ihren Vorgesetzten strengen Befehl die Christen zu beschützen; Proklamationen gegen die Verbreitung dieser Plakate wurden erlassen und verschiedene Schuldige eingesangen, die zur Strafe in Ketten in den Straßen paradieren mußten, um den Hals den Holzkragen tragend, auf dem geschrieben stand: „Für das Erfinden von grundlosen Gerüchten, um das Volk anfznhetzen." So straft man in — China die „Erfinder von grundlosen Gerüchten!" Ein weises Land, dieses Land der — Barbaren! — Dem General-Dragoman David Effendi Molecho in Eonftantinopel wurde letzthin der schwedische Sternenordcn erster Klasse verliehen. Effendi Molecho ist einer der hervorragendsten Linguisten des Orients. — Dem Lunrsschen Daläflina- Almanach für das Jahr 5660 (1899/1900) entnehmen wir folgende interessante Daten über die Zahl der Juden in den größeren Städten Palästinas: Jerusalem zählt unter 45,536 Einwohnern 28,228 Juden, Jaffa unter 17,713 Einwohnern 2970 Juden, Saffed unter 9106 Einwohnern 7140 Juden, Tiberias unter 6050 Einwohnern 3200 Juden, Chaifa unter 8365 Einwohnern 1375 Juden, Hebron unter 13966 Einwohnern 1100 Juden. Die Zahl der Juden in den übrigen Städten von Palästina ist sehr gering. Weater, Muflk und bildende Kunst. Jüngst hielt Herr Kantor Zivi über das Thema: „Ursprung und Entwickelung der Synagogen-Musik" im Mendelssohn-Verein in Elberfeld einen einstündigen Vortrag, der vom Publikum und Presse sehr beifällig ausgenommen worden ist. Herr Musikdirektor Rauchenecker äußert sich darüber in den „Neuesten Nachrichten" wie,folgt: „Vorgestern Abend hielt Herr Hermann Zivi von hier im Hotel „Central" einen Vortrag über „Ursprung und Entwickelung der Synagogen-Musik." Der Vortragende legte im Verlaufe desselben ein reiches musikalisches Wissen an den Tag, das uns mit dem Wunsche und der angenehmen Hoffnung erfüllt, daß Herr Zivi, der auch ein ausgezeichneter Sänger ist, seine großen Kenntnisse und Fähigkeiten fortan nicht allein der Synagoge, sondern auch den sonstige» musiikalischen Unternehmiingen Elberfelds zugute kommen lassen werde. In Bezug auf de» Vortrag verbreitete sich Redner zunächst über die griechische Musik der fünf vorchristlichen Jahrhunderte, soweit dieselbe durch die Ausgrabungen zu Tralles und Delphi mit Hilfe der altgriechische» Notenschrift (Simeiographie) entziffert werden konnte, und machte für die Meinung Propaganda, daß die ganze Musik des Altertums für unser modern geschultes Ohr so gut und so viel wie keine sei. Trotzdem habe diese Musiik Bedeutung gewonnen, nämlich insofern, als sie in ihrer Eigenschaft als Oktavenmusiik die Basis des ambrosianischen Kirchengesangs (Odai pneumatikai,

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