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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-12-01 · Heft 12 (1.12.1899) · p. Seite 283

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 12 (1.12.1899)
Date
1899-12-01
Page
Seite 283 (sequence 19)
Language
German
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— 283 — sind die Wände 1, 2, 3, 4. Das Schütteln der lose hängenden Hand im Gelenke bezeichnet das Übermaß von etwas, znm Beispiel: wie lügenhaft bist du! Den gestreckten Zeigesinger der Rechten längs der Nase seitlich awegen, und mit den anderen Fingern das Kinn umschließen, bei etwas gesenktem Kopfe — eine Geste, die bei uns Nachdenken bezeichnen würde — bedeutet bei den Arabern Bewunderung. — In Sirma hat man eine merkwürdige Entdeckung gemacht. In der Stadt Thiat Maja, wo seit Menschengedenken keine Juden wohnen, hat man eine Judenstraße und einen Jndenbegräbnisplatz entdeckt. Es werden wissenschaftliche Forschungen in die Wege geleitet und man darf gespannt sein, was sich dabei ergeben wird — f Über die Juden in China schreibt der „Uew-Vork Herald": Die Juden waren J schon 249 vor Christi Geburt in China bekannt. Sie kamen von Westen dahin .* und wurden in chenesischen Schriften Taow-Kin-Kedow oder „Trenner der Adern vom Fleische" genannt. Sie beteten auch nach Ansicht der Chinesen Heen (den ( Himmel, die Gottheit) an. Von 58 bis 75 nach Christi bestanden große jüdische Ansiedelungen in Kai-Fung-Foo, Hansho, Ningpo, Peking und Ninghin. Ihre Sprache ist ein hebräischer Jargon mit chinesischen und hier und da persischen Wörter» vermischt. Sie besaßen das Buch „Esra", ein Beweis, daß sie erst nach > der Schöpfung dieses Werkes von ihrem Volke getrennt worden sind. Vom Christentum hatten sie nichts vernommen. Möglich ist, daß sie mit einem Teile von Alexanders Armee nach Persien und von dort nach China gelangt sind. Man glaubt auch, daß diese Inden erst die Seidenindustrie nach China gebracht haben. Der erste Entdecker der Juden in China war der Jesuitenmissionar Pater Gonzani. Er wies nach, daß sie den Landbau wie den Handel betrieben, auch Gelehrte lieferten, und manche von ihnen es selbst bis zum Mandarin gebracht haben. Sie hatten große Ehrfurcht für den Namen des Confucius und verehrten, nach Landessitte, ihre Vorfahren. Sonst aber lebten sie wie die Juden anderer Länder. Am Samstag wurde kein Feuer angezündet. Sie hielten an ihren Traditionen fest,' heirateten nur unter sich und versuchten nie, Proselyten zu machen. Ihre Synagoge war dem Tempel nachgebildet, mit einem Allerheiligsten, wo die Gesetzesbücher aufbewahrt wurden. Der hohe Priester trug eine Seidenrobe mit einer scharlachroten Schärpe über die rechte Schulter geschlagen. In Peking lebten vor l50 Jahren noch zwölf Familien, deren Thorarolle ihnen und ihren Vorfahren über 500 Jahre gedient hatte. In Hansho bestanden mehrere Synagogen. Sie hatten Rabbiner und Schriftgelehrte. Die Juden gingen zum Teil bei der großen Überschwemmung im . Jahre 1446, bei dem Riesenfeuer in Peking im Jahre 1600, dann während der Revolution zu Grunde. Die einzige Gemeinde besteht heute noch, so viel bekannt ist, in Kai-Fung-Foo. Dort befinden sich noch die Ruinen einer Synagoge. Sie > haben aber seit Beginn des 19. Jahrhunderts keinen Rabbiner mehr, und ihre Gesetzesrolle ging verloren. Sie leben in äußerster Armut und bilden zusammen sieben Familien. — Bekanntlich haben die Christen in Ghina auch unter der Blutbeschuldigung zu i.v-jiO&ä..*',

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