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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-12-01 · Heft 12 (1.12.1899) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 12 (1.12.1899)
Date
1899-12-01
Page
Seite 280 (sequence 16)
Language
German
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280 zu den Falaschas, Herrn Rabbiner Kappoport, der sich zunächst nach Kairo begiebt und von dort aus seine Reise nach Tigre und Amhara antritt. Seitdem vor dreißig Jahren Professor Halevy die Falaschas aufsuchte, ist dies der erste auf jüdischer Seite unternommene Versuch, jene merkwürdigen Bekenner unseres Glaubens in Verbindung mit der übrigen Welt zu bringen. — Die Alliance Israelite Universelle hat die Universalerben der Saronin Hirsch auf Auszahlung des Legates von zehn Millionen Francs verklagt, da die Erben die Auszahlung verweigern. Dieses Legat wurde eigentlich der Jewish Colonisation Association vermacht, aber mit der Bestimmung, daß die Zinse» von dieser Gesellschaft an die Allianz zur Erhaltung der jüdischen Schulen im Orient abzuführen sind. Die Erben haben nun erklärt, daß dies eine Gesetzesumgehung sei, weshalb sie das Legat nicht auszahlen wollen. — Man schreibt aus Maris: Im neuesten Bande der „Notices et extraits des manusci’ipts de la Bibliotheque'Nationale“ veröffentlicht Maul Meyer Bruchstücke aus dem Geschäftsbuche eines Tuchhändlers Ugo Teralh in Forcalquier, die er im Inneren eines alten Einbandes entdeckt hat. Diese Blätter stammen aus den Jahren 1330—32 und enthalten die Verkäufe Teralhs mit den Namen der Käufer, der Beschreibung der Waren und dem Datum der Lieferungen, sowie der zu leistenden Zahlungen. Die Eintragungen sind zum Teil von dem Verkäufer, zum Teil von den Käufern oovencalisch und lateinisch geschrieben; sehr merkwürdig sind diejenigen der jüdischen' Kunden, die ihre Einkäufe in hebräischer Sprache niederschrieben. Wie der Herausgeber mitteilt, dürften diese Blätter die frühesten uns erhaltenen kaufmännischen Urkunden dieser Art sein. — In einem Badeorte der normanuischen Küste in Frankreich setzte der Direktor eines Kasinos, um Familien anzulvcken, für das Kind, welches das schönste Sandschloß bauen würde, als Belohnung ein Fahrrad und 100 Fr. aus. Am Tage des Wettbewerbes herrschte große Aufregung am Strande. Alle Erwachsenen, Badegäste, Einwohner, Vertreter der Gemeindebehörde umringten die bauenden Kinder und waren ihnen mit Rat und Thal behilflich. Als alles fertig war, hielt das Preisgericht Umschau und billigte einmütig das Stahlroß und das Geld einer großen „Festung" zu, welches eine Plankarte als Fort Chabrol bezeichnete. Auf dem Dache wehte eine Fahne mit der Aufschrift: „Tod den Juden." — Der als Orientreiscnder bekannte Oberst Goldjmid ist zum Generaladjutanten von Aldershot ernannt worden. Diese Stelluug ist die höchste, die ein Oberst im Generalstab erreichen kann. Es giebt im ganzen englischen Heer nur drei solche Stellungen: in Aldershot, in Dublin und in Malta. — Der in Verbindung mit den Hirsch'schen Kolonisationsplänen s. Zt. vielgenannte Herr Arnold White hat in London unter dem Titel „The Modern Jew“ eine Studie über die Judenfrage veröffentlicht, die sehr viel verworrenes Zeug enthält. Der Verfasser füllt fortwährend vom boshaftesten Antisemitismus i» die liebenswürdigste Judenfreundlichkeit und die Lösung des „jüdischen Problems" scheint ihn so verwirrt zu haben, daß er seiner Gedanken nicht mehr mächtig ist. Die englische Presse hat

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