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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-12-01 · Heft 12 (1.12.1899) · p. Seite 276

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 12 (1.12.1899)
Date
1899-12-01
Page
Seite 276 (sequence 12)
Language
German
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276 gib ihr Kraft zu ertragen den harten Schlag, der sie getroffen, sende Deinen Trost den trauernden Geschwistern und Angehörigen, die an dieser Bahre stehen, sende ihnen Deine Kraft, daß sie es ergeben und gehoben anssprechen: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name Gottes sei gepriesen in Einigkeit." Amen. Monatsschau. Am 22. Oktober feierte in Zerlin Herr Sanitätsrat Di-. Ueumann in erfreulicher Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Ter Bürgermeister von Berlin Namens des Magistrats und eine Anzahl von Stadtverordneten, Namens der Stadtverordneten- Versammlung überbrachten dem verdienten Bürger die Glückwünsche der Stadt, das statistische Amt der Sadt Berlin begrüßte seinen Begründer, die zahlreichen Institute und Vereine gedachten mit ehrenden Worten ihres durch Fleiß, Wissen und Zielsicherheit ausgezeichneten Mitgliedes. Vorstand und Repräsentanz der jüdischen Gemeinde entsandten an den Jubilar ein Glückwunschschreiben. Eine Anzahl Freunde überreichten dem Förderer jüdischer Wissenschaft zehntausend Mark, die der Förderung derselben dienen solle». — Zur Ritualniordlegende hat der Grientalistrn-Kongreß in Kam einstimmig folgende vom Kirchenrat Kautzsch eingebrachte Resolution angenommen: „Die znm XII. internationalen Kongreß in Rom versammelten Orientalisten erachten es angesichts erneuter Vorgänge für ihre -Pflicht, auszusprechen: Die Beschuldigung, daß jemals durch irgend welche für Anhänger der jüdischen Religion geltende Vorschriften die Benutzung von Christenblut für rituelle Zwecke gefordert oder auch nur angedeutet worden »väre, ist eine schlechthin unsinnige und des ausgehenden 19. Jahrhunderts unwürdig." — Bekanntlich haben sich auf dem letzten antisemitischen Parteitage .in Hamburg zahlreiche Delegirte für die Ausscheidung des Alten Testament aus bent christlichen Religionsunterricht, zum Teil unter beschimpfenden Wendungen, ausgesprochen. Wie sehr hierdurch evangelisch orthodoxe Kreise verstimmt worden sind, zeigt ein Artikel der „Allgemeinen Evangelisch-Lutherischen Kirchenzeitung." Darin wird zum Schluß ausgeführt: „Man hat in der That den Eindruck, als ob hier mit dem Alten Testament auch die heilige Schrift, überhaupt die ganze göttliche Offenbarung getroffen werde» sollte. Es wird als etwas Unerhörtes bezeichnet, daß man im Alten Testament noch eine Offenbarung findet, und fast mitleidig als ein Reservatrecht mancher Theologen belächelt, daß sie die Bibel überhaupt als göttliche Offenbqrung auffaßten. Für sich selbst fühlt man sich längst über solche Vetteitäten erhaben und schont sie an anderen nur aus Opportunismus. In der That, es bedarf keiner öden Koseqnenzenmacherei, um aus jenen Prämissen auf eine völlige Verwerfung der göttlichen Offenbarung zu schließen, und wenn wir auch allen Grund

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