Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1899)
- Date
- 1899-11-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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258 Japan. 3. Judenthnm und Islam, 4. Egypten, 5. Hindus und Iran, 6. Römer und Griechen, 7. Germanen, Kelten, Slaven, 8. Christenthum. An der Spitze des Unternehmens steht Albert Keville, der französische Geschichtsforscher, nebst vierzig anderen französischen Gelehrten. — Die in Paris verstorbene Baronin Hirsch setzte in ihrem Testament Legate im Betrage von 11 Vs Mill. Francs aus. .Als Witwe soll sie binnen 3 Jahren mehr als 200 Millionen für Wohlthätigkeitszwecke gespendet haben. — In Paris ist die Schwiegermutter des Barons Gustav Rothschild, Frau Knsspach geb. Dreyfus, im 84 Lebensjahr gestorben. Sie war die Witwe des Rathes am Kassationshof M. Ansspach, der auch lange Mitglied des Centralkonsiftoriums war. — Herr Godefroy Lovy aus Brüssel hat mit eigener Lebensgefahr in Ostende ein siebzehnjähriges Mädchen von Tode des Ertrinkens gerettet. — Die größte Frequentantenanzahl unter allen Schulen Englands hat die Londoner jüdische Freischule. Diese Lehranstalt wird von 2800. Schüler» besucht. — In dem erschienenen 11 Heft der „Docnmente der Frauen", ist von Frau Ida Mannheimer, der in Kopenhagen wohnenden Enkelin des verewigten Predigers I. N. Mannheimer, ein höchst interessanter und sehr instructiver Aufsatz über die „Krankenpflege in Dänemark" erschienen. — Das Ehrenpräsidium des Orientalisten-Kongresses in Rom wurde dem Senator Professor G. Asroli übertragen. — Die jüdischen Religionslehrcr in Holland haben einen Verein „Achawah" der kürzlich seine Jahresversammlung abhielt. Bei dieser Gelegenheit sandte der Verein ein Telegramm an die Königin ab, die in liebenswürdigster Weise telegraphisch dankte. — Der «Rußki Trud" verlangt allen Ernstes, daß sofort ein Gesetz erlassen werde, welches die russischen Juden „in ihrer übermäßigen Fähigkeit zur Vermehrung" einschränke. Das geht noch über die Maßregeln der Pharaonenzeit. — In Kischenew ist jüngst Josef Kabbinowitsch, der Gründer der jüdisch-christlichen Gemeinde, im Alter von 62 Jahren gestorben. Rabbinowitsch war Jude und siedelte infolge der Judenverfolgungen im Jahre 1871 aus Odessa nach Kischenew über. Von dort wurde er nach Palästina geschickt um die Gründung jüdischer Kolonien vorzubereiten. Um seine Kenntniß Palästinas zu bereichern, stndirte Rabbinowitsch das Neue Testament, und als er die traurigen Verhältnisse, unter denen die Juden im Gelobten Lande lebten, aus eigener Anschauung kennen lernte, gewann er die Ueberzeugung, daß ihr Elend eine Strafe sei, „die Gott ihnen für ihr Verhalten Jesu gegenüber aufexlegt hatte". So kam Rabbinowitsch zum Christenthum, in das ihn Franz Delitzsch und Pastor Faber eingeführt haben. Nach seiner Rückkehr nach Rußland trat er agitatorisch an die Juden heran und sammelte um sich die judenchristliche Gemeinde, welche die Sabbathfeier und die Beschneidung beibehielt. Rabbiuowitsch wurde im Jahre 1884 in Berlin getauft. Er besuchte England und Schottland und fand dort thatkräftige Unterstützung. Auch die russische Regierung war ihm freundlich gesinnt und ließ ihm bis an sein