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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-11-01 · Heft 11 (1.11.1899) · p. Seite 252

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 11 (1.11.1899)
Date
1899-11-01
Page
Seite 252 (sequence 12)
Language
German
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' *%my- ' **%-:'', '■**r*m& — 252 — am 13. Dezember 1899 stattfindet, an dem noch manche Litteratnrhistoriker als an einem Fremdling herumnagen und ihn stets als Stiefkind in der deutschen Litteratur behandeln, ja sogar seinen Stil als unrecht-deutschen Stil hinstellen (wie Prof. Koch u. a.) ist, wie wir aus dem nenerschienenen Buche des Prof. Henri Lichtenberger (Leipzig, Meißner) über Friedr. Nietzsche ersehen, von dem großen Philosophen und Schriftsteller unseres Jahrhunderts, ganz anders aufgesaßt worden. In der Einleitung, von der Schwester des Philosophen, finden wir folgende interessante Mitteilung: Im Jahre 1888 schreibt Nietzsche über Heine: „Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag — In Deutschland leben nach der Zählung vom 1. Dezember 1890 unter 49421803 Seelen 563172 also 12°/o Juden. — Unter den Orten Deutschlands mit verhältnismäßig großen jüdischen Gemeinden ist Rhina (Hessen) zu nennen. Der Ort hat unter 563 Einwohnern, 332 Juden, also 60°/o. Die 15 Groß- und Mittelgemeinden Deutschlands-sind Berlin 86.152, mit Vororten 92.000; Frankfurt a. M. 20.000; Breslau 18.449; Hamburg 17.308; Köln 10.000; München 7800; Nürnberg 6000; Posen 5800; Leipzig 4900; Mannheim 4800; Mainz 4300; Hanover4200; Königsberg 4100; Benthe» und Fürth je 3000. Zusammen zählen also diese 15 Gemeinden über 200.000 Seelen oder ein Drittel aller in Deutschland wohnenden Juden. — Zu der deutschen Berufsstatistik ist jetzt ein Band mit Erläuterungen erschienen, es ist dies Band 111 der Statistik des Deutschen Reiches, neue Folge. Derselbe enthält eine große Anzahl von Ziffern über die Confessiott. und auch bezüglich der Juden mancherlei neues Material. Besonders interessant sind die Tabellen, die sich mit der sozialen Schichtung befassen. Die amtliche Statistik unterscheidet drei Hauptgruppen, Selbstständige, Angestellte und Arbeiter. Es kann.dün Kenner der Verhältnisse nicht überraschen, daß die Juden viel mehr Selbstständigexhaben, als die anderen Confessionen. Von 100 Erwerbsthätigen sind im Allgemeinen 29 Selbständige, 3 Angestellte, 68 Arbeiter. Dennoch wird es auch die meiste» -Anden überraschen, zu erfahren, daß es in Deutschland 56.857 Arbeiter unseres Glaubens, ungerechnet noch 6371 Dienstboten giebt. Davon sind männlich 30,347 Arbeiter, weiblich 16,420, während die Dienstboten fast alle weiblich sind. Auch die Vch° teilung auf die großen Berufe ist interessant: in der Landwirtschaft giebt.es 1679 jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen, in der Industrie 16,899, im Handel 38,349, davon, sind i» der Landwirtschaft 893 männlich, 786 weiblich, in der Industrie 11,799 männlich, 5030 weiblich, im Handel 27,745 männlich, 10,604 weiblich. Diese Ziffern entkräften auch deutlich das Gerede von der allgemeinen Wohlhabenheit der deutschen Juden. — Das älteste Mitglied der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg, der frühere Kaufmann Herr M. Sauer, beging jüngst in geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest des hundertjährigen Geburtstages. Ter Jubilar erfreut sich namentlich

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