Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1899)
- Date
- 1899-10-01
- Page
- Seite 236 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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v,. >. ,T»rvBc^ip *ty — 236 — Großrabbiners zu verlangen. Der „Temps" veröffentlicht nun den richtigen Wortlaut der auf Dreyfus bezüglichen Stelle aus der Predigt; er lautet: „Beten wir zur Gott, auf daß er sich unseres unglücklichen Bruders erbarme, des traurigen Opfers eines furchtbaren Verhängnisses. Beten wir zu Gott, auf daß er sich seiner bewunderungswürdigen Familie erbarme, die von allen Punkten der Welt Beweise so wertvoller Sympathie erhalten hat. Beten wir zu Gott endlich, daß er sich unseres teueren Frankreichs erbarme, auf daß dieses seinen Ueberlieferungen des Rechts und der Wahrheit treu bleibe in der Welt sein Werk der Gerechtigkeit und Toleranz weiter verbreite, um so unausgesetzt die Achtung aller Völker zu verdienen." Der 9. 9. 99 bleibt ein trauriger Gedenktag in der Geschichte Frankreichs. Das Verbrechen am Rechte, das an diesem Tage durch die Verurteilung in Rennes begangen wurde, ist durch die am 19. September erfolgte Begnadigung nicht gesühnt und aus der Welt geschafft worden. Theater, WuflK und bildende Kunst. Die Kaisertage in Jerusalem werden in einer Reihe von Gemälden verewigt werden, mit deren Vollendung der Maler Ismael Genh gegenwärtig beschäftigt ist. Wie sein Vater den Einzug des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Jerusalem in dem berühmten Bilde in der Nationalgallerie verherrlichte, so hat Ismael Gentz die wichtigsten Szenen des Aufenthaltes unseres Kaiserpaares in der heiligen Stadt in charakteristischen Bildern festgehalten, die ganz nach der Natur gemalt sind und jetzt nur noch durch die Portraits der an dem einzelnen Feierlichkeiten Beteiligten vervollständigt werden. — Der Kaiser hat dem Wiener Maler Isidor Kaufmann die kleine goldene Medaille der Berliner Kunstausstellung verliehen. Unter den verschiedenen Bildern dieses Malers, der in der Ausstellung der Wiener Kunstgenossenschaft am besten vertreten ist, erregte seine „Jüdische Betstunde" wegen der Originalität des Sujets sowohl wie wegen der Feinheit der Ausführung allgemeines Aufsehen. — In Stockholm ist ein früher sehr bekannter jüdischer Violinist und Compouist, Siegfried Salomon, im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war mit der berühmten schwedischen Sängerin Henriette Nissen verheiratet und 1859—1879 als Musiklehrer in Petersburg, seitdem aber in der schwedischen Hauptstadt. Seine Hauptwerke, sind die beiden Opern „Das Diamantenkreuz" und die „Rose der Karpathen", die häufig aufgeführt worden sind. — Michael Deer'o eigenartiges, von herber Tragik durchivobenes Drama „Der Paria" gelangte im September dieses