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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-10-01 · Heft 10 (1.10.1899) · p. Seite 233

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 10 (1.10.1899)
Date
1899-10-01
Page
Seite 233 (sequence 17)
Language
German
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233 Lectionskatalog über die im Wintersemester 1899/800 an der Kaiser Wilhelm- Universität in Straßburg abzuhaltenden Vorlesungen ist zu entnehmen, daß an der philosophischen Fakultät Herr Dr. Landauer über das Targum zum Buche Esther liest. — Der „Pester Lloyd" veröffentlicht eine Statistik der Mischehen, welche im Juni dieses Jahres in Ungarn geschlossen wurden. Darunter waren 29 jüdisch-christliche Mischehen, davon war in 13 Fällen der Mann, in 16 Fällen die Frau jüdisch. Am interessantesten ist, daß bei der Vereinbarung über die Religion, in welcher die Kinder des eheschließenden Paares erzogen werden sollen, nur in 8 Fällen die christliche Religion gewählt wurde, während in den anderen 20 Fällen bestimmt wurde, daß die Kinder in der jüdischen Religion aufzuziehen sind. — Im „Pester Lloyd" werden interessante, den Zionismus betreffende Mittheilungen gemacht. Schon seit längerer Zeit werden von der Wiener Leitung der zionistischen Bewegung Schritte unternommen, um die Zustimmung des Sultans zur Ansiedlung der Anhänger des Zionismus in Palästina zu erwirken. Man wandte sich zu diesem Behufe an einen türkischen Staatsmann, der Einfluß im Palais besitzt und den Plänen der Zionisten entgegenzukommen bereit war. Die Stadt Jerusalem selbst und deren Umgebung sollen mit Rücksicht auf die heiligen Stätten der Christenheit von der Besiedlung durch die Zionisten ausgeschlossen sein. Man denkt vielmehr an die übrigen Teile von Palästina und Syrien. Dem Sultan sind bereits drei Berichte in dieser Angelegenheit unterbreitet worden, in welchen die „volkswirthschaftlichen und politischen Vorteile" auseinandergesetzt werden, die der Türkei aus der Verwirklichung der Absichten der Zionisten erwachsen würden. In der Umgebung des Sultans hat sich jedoch eine starke Gegenströmung geltend geniacht. Man weist darauf hin, daß die Juden im Laufe der Zeit in der Erinnerung an ihr altes Königreich Judäa an die Wiedererrichtung desselben denken könnten, daß es mithin nicht ratsam sei, eine Massenansiedlung der Zionisten daselbst zu gestatten. Alle Gegenargumente blieben bisher ohne Erfolg; die dem Sultan zu Gunsten der Zionisten unterbreiteten Berichte sind gänzlich unbeantwortet geblieben, sodaß vorläufig wenigstens die. ganze Aktion ergebnislos verlaufe» ist. — Der vor einiger Zeit verstorbene Primas von Böhmen, Kardinal Graf Schönborn, mißbilligte entschieden das Treiben der antisemitischen Partei, welche auch in Prag Fuß zu faßen strebte, es jedoch zu keinem wesentlichen Erfolg brachte. Graf Schönborn war der erste österreichische Kirchenfürst, welcher in einer Currende an seine Diöcesangeistlichkeit die Beteiligung derselben an antisemitischen Vereinen und Versammlungen verbot und späterhin im Vereine mit dem Wiener Erzbischoff Ganglbaur in den Bischofsversammlungen in Wien die Gefährlichkeit dieser Partei für die Interessen der katholischen Kirche betonte. — In Hollrschan wurde ein jüdischer Militär-Veteranen-Verein. der erste in Oesterreich ins Leben gerufen. — In Wien stapb der Kantor aus St. Pölten Herr I. Ueumann und widmete ihm Herr Rabbiner Dt. Schütter eine tiefempfundene Trauerrede. — Der Kaiser hat dem pensionierten

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