Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1899)
- Date
- 1899-10-01
- Page
- Seite 232 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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.. '*<■**r*-*?rm«wfPW - 232 — Honorar-Professor an der medicinischen Fakultät der Berliner Universität ernannt worden. — In Pr. Friedland fand die Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge statt, wofür endlich nach jahrelanger Bemühung ein geeigneter Platz gefunden war. — In Kaden-Kaden wurde eine neue Synagoge eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Wayer aus Bühl. — In der Junisitzung der Philologischhistorischen Klasse der bayrischen Akademie der Wissenschaft in München machte Professor Ad. Furtwängler Mitteilungen über ein auf Cypern gefundenes Broncegeräth, welches nach seiner Ansicht von gleicher Art und Zeit ist, wie die zwei von Hiram für den Salomonischen Tempel gearbeiteten Gestützte ans Rädern, und welches geeignet ist, zur Erklärung des Textes 1. Buch der Könige 7, 27—37 beizutragcn. Diese Mitteilung wird mit Zeichnung im Druck erscheinen. — Das Kuratorium des Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache in Köln hat den Bericht herausgegeben, der besagt, daß im Jahre 1898 die Zahl der Kranken auf 484 gegen 416, die Zahl der Altersschwachen auf 39 gegen 37 gestiegen. Die Zahl der Verpflegungstage war 21,532. In der Poliklinik der Anstalt wurden 5573 Patienten behandelt. Die Beschränktheit des Raumes zwang, zahlungsfähige Pensionäre überhaupt nicht mehr aufznnehmen. Die Ausgaben des Instituts beliefen sich auf 58 337,89 Mark, die bis auf ein Defizit von 7321,36 Mark, durch Beiträge Zinsen rc. gedeckt wurden- — In der ersten Hauptversammlung der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands in Herlin am 25. Mai 1899 wurde folgende Resolution fast einstimmig angenommen. „Die Leichenverbrennung entspricht nicht dem altüberlieferten jüdischen Herkommen. Es ist die Pflicht der Rabbiner, für die Aufrechthaltung der hergebrachten Sitte einzutreten. Indessen soll der Rabbiner bei den zur Verbrennung bestimmten Leichen einer an ihn ergangenen Aufforderung Folge leisten und die religiöse Mitwirkung durch Beteiligung an der Trauerfeier nicht versagen." — In Dreslau starb Herr Dr. Julius Kruck, der sich als Tagesschriftsteller wie als Poet einen weitgeachteten Namen, vornehmlich in der deutsch-amerikanischen Journalistik, erworben hat. 1833 zu Brieg geboren, zog er nach kurzer ärztlicher Thätigkeit nach Amerika und trat dort beim Ausbruch des Sezessionskrieges als Militärarzt in die Unionarmee. Nach dem Friedensschluß praktizirte Bruck noch eine Zeit lang in New-Aork, um sich dann in den 70er Jahren völlig der Schriftstellerei zu widmen. Er war Redakteur der „New-Iorker Revue" und der Unterhaltungsblätter und zugleich Mitarbeiter verschiedener größerer amerikanischer Zeitungen, z. B. der „Jllionis-Staatszeitung" und des „Puck". 1885 kehrte er nach Leipzig zurück» wo er in schriftstellerischen Kreisen großes Ansehen genoß. Auch als Erzähler und Lyriker entfaltete er sein Talent. Es erschienen von ihm die besonders in Amerika verbreiteten und gewürdigten Werke „Bunte Blüten" und „Ahasver". Das verflossene Jahr verbrachte er in Breslau, wo er sich der „Breslauer Dichterschule" anschloß. — Aus dem zur Ausgabe gelangten