Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1899)
- Date
- 1899-10-01
- Page
- Seite 231 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-w» wr;... T&r - — 231 — hinzngefügt waren. Innerhalb des Walles wurden Ausgrabungen, die bis auf den gewachsenen Fels hinabgingen, vorgenommen. Dr. Bliß fand Reste von Häusern aus wenigstens vier verschiedenen Perioden mit den zugehörigen Geräthen u. s. w. Die datirbaren Gegenstände stammen von der vorisraelitischen bis in die spätjüdische Zeit. Besonderes Interesse beanspruchen 12 Topfhenkel von Königskrügen, die mit Stempel versehen sind, welche eine Figur ähnlich einem Schmetterlinge zeigen, von denen vier die Inschrift tragen „Eigentum des Königs von Socho", zwei „Eigentnm des Königs von Hebronn" und einer warscheinlich „Eigentum des Königs von Zib". Socho liegt drei Meilen von Tell-Zakarie und heißt heute Schuweke. Auch ein Skarabäus mit dem Namen Tothmes III., der diese Gegend eroberte, wurde gefunden. In Tell-es-Safie, dem alten Gath, wurden gleichfalls Ausgrabungen in einer Tiefe von 6,5 bis 9 m vorgenommen, und aus den überall gefundenen Topfscherben will Dr. Bliß auch vier Perioden erkennen. Von der Oberfläche bis 2 m tief fand man viele glasirte arabische Gefäße, die zuweilen rohe Muster zeigten. Die anderen Typen umfassen die jüdischen Formen, die auch in Tell- Zakarie gefunden waren, eine Anzahl frühgriechischer Gefäße aus der Zeit von 700 bis 550 v. Ehr., einige schwarze und rothe griechische Gefäße aus der Zeit von 550 bis 350 v. Ehr. und wenige präisraelitische Formen. In derselben Schicht wurden auch die Fundamente einer Reihe roh mit Mörtel errichteter Kammern gesunden, die wahrscheinlich aus der Zeit der Bianca guarda, jener Burg herrühren, die König Fulco von Anjou im Jahre 1138 hier erbaute. Bon 2 bis 3 m Tiefe finden sich dieselben Sachen ohne die arabischen Gefäße, nur mit weniger spätgriechischen. Auch zwei Topfhenkel, wovon einer wieder mit dem Stempel der Königin von Socho, wurden hier gefunden. Bon 3 bis 6 m Tiefe finden sich die präisraelitische Typen, wie in Tell-Zakarie und phönikische Formen. Von 6 m ab bis zum gewachsenen Felsen finden sich auch präisraelitische Typen, ähnlich jenen, die in der ersten Stadt von Tell-el-Hesy Vorkommen und ungefähr der Zeit von 1600 bis 1700 v. Ehr. angehören. — Am Wohnhuse des Ehrenbürgers der Stadt Strelih, des Sprachforschers Professor Dr. Daniel Sanders, soll eine Gedenktafel angebracht werden. — Man schreibt uns: In Wiirchurg wurde zum bürgerlichen Magistralsrat der Weingroßhändler Dernhard Hellmann jr. mit großer Majorität gewählt. — Der Bericht des Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur an der Universität zu Serlin über die drei letzten Semester bietet ein erfreuliches Bild reger geistiger Thätigkeit. Der Verein zählt jetzt 47 alte Herren, 49 aktive und 8 auswärtige aktive Mitglieder. — Ein seltenes Fest feierte der 71-jährige in Serlin lebende Militär-Invalide Moses Kirsch, vom 24. Infanterie-Regiment, 5. Komp. Derselbe wurde am 29. Juni 1849 bei Kuppenheim in Baden in einem Gefecht am rechten Oberschenkel verwundet, so daß derselbe heute noch eine eiternde Schußwunde hat. Er beging mithin sein 50-jähriges Jubiläum als Militär-Invalide mit offener Schußwunde. — Herr Geh. Medicinalrat Professor Dr. Herrmann Senator in Serlin ist zum ordentlichen