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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-10-01 · Heft 10 (1.10.1899) · p. Seite 229

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 10 (1.10.1899)
Date
1899-10-01
Page
Seite 229 (sequence 13)
Language
German
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229 jüngste aus 1840. Wenn wir uns den im Register enthaltenen Familiennamen zuwenden begegnen wir auch den Namen Oppenheim und Wertheim, welche in Dankbarkeit und Verehrung zu gedenken, wir alle Ursache haben, da ans ihnen sehr verdienstvolle Vorsteher hervorgegangen sind. Wir wollen besonders auf David Oppenheim (gest. 1642) Hinweisen, welcher ans eignen Mitteln das im Jahre 1842 abgebrochene schöne Alememor, die Jeschibah hinter der Synagoge und das Friedhofshäuschen erbauen ließ. David Oppenheim hat außerdem reiche Spenden für die Synagoge gegeben und länger als 40 Jahre alltäglich 3 Studierende zu Tisch gezogen. Nur einmal findet sich der Name Wertheimer vor. Aus dieser Familie ist Joseph Josel Wertheimer Vater von Samson Wertheimer, des hochangesehenen Hoffaktors Kaiser Leopolds anzuführen. In dem Register treffen wir schon im 17. Jahrhundert Namen von Familien, die heute noch der Gemeinde angehören. Herr Goldschmidt hat jüngst in einer Sitzung Wimpel und Register dem Vorstande übergeben, der nicht Worte genug fand, um Ersterem für die Bereicherung des Gemeinde-Archivs zu danken. — Man berichtet uns: Dem Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Kerlin ist eine hohe Auszeichnung zu Teil geworden. Derselbe hatte bekanntlich in der Ausstellung für Krankenpflege in den Räumen der Philharmonie ein Unterrichtszimmer mit allen für die Abbildung der Schwestern erforderlichen Lehrmitteln, Instrumenten, Apparaten, Büchern, sowie schriftlichen Arbeiten und technischen Darstellungen der Schülerinnen ausgestellt, welches sich allseitigen Beifalls, insbesondere bei den die Ausstellung besuchenden Ärzten zu erfreuen hatte. Auch Ihre Majestät die Kaiserin verblieb, empfangen von der Oberin Fräulein Blau, längere Zeit in dem Unterrichtszimmer und hatte die Gnade, von der anwesenden Schwester einen Blumenstrauß huldvollst anzunehmen. Bei der stattgehabten Preisverteilung ist dem Verein für jüdische Krankenpflegerinnen eine von den sechs, von Ihrer Majestät der Kaiserin für die Ausstellung gestifteten Medaillen von der Jury zuerkannt worden. Wir meinen, daß dieser Thatsache eine Bedeutung beizulegen ist, welche über das spezielle Interesse des Vereins selbst weit hinausgeht und uns ermuthigen soll, auf allen Gebieten der Wohlfahrtspflege rüstig fortzuarbeiten. — Während selbst die Zeitschrift für ethische Cultur noch jüngst erst wieder alte Vorurteile wie die vom jüdischen Nationalgotte nicht los werden kann, verdient folgende Stelle aus dem Evangelischen Gemeindeblatt (Jahrg. XIX No. 32) hervorgehobenzu werden: „Was folgt daraus? Zuerst, daß das Gebot der Nächstenliebe nicht erst mit den« Christentum in die Welt gekommen ist. Der Schriftgelehrte hatte es auswendig gelernt und der Samariter hat es in diesem Falle erfüllt, und weder der eine noch der andere war ein Christ. Darum folgt weiter daraus, daß es ein Unrecht ist gegen das Judentum oder gegen die mosaische Religion, wenn man nicht anerkennt, daß schon in ihrem Gesetz das Gebot der Nächstenliebe ausgesprochen ist." — Unter dem Titel „Astralmythen der Hebräer, Babylonier und Aegypter" hat der Assyriolog E. Stucken bereits 2 Bändchen herausgegeben, die sich niit Abraham und

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