Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1899)
- Date
- 1899-10-01
- Page
- Seite 223 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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223 Herr Simon hat seine Dienste als Geistlicher gratis angeboten und wird von vielen seiner nicht orthodoxen Kollegen in seinen Bemühungen unterstützt werden. Wir können zu diesen Bestrebungen nur sagen, daß dieselben in einer Zeit, >vo der Zionismus so üppig ins Kraut schießt, doppelt erquicklich sind, und, wenn sie auch noch der Vervollkommnung bedürfen, allen Juden aus vollem Herzen zurufen: „unter diesem Zeichen wirst du siegen." Berlin, September. H. G. Aus einem Gespräche Mof. Mar Müllers mit einem Korrespondenten der „The Khristian World" über Weligion. Mir kam der Gedanke, schreibt der Correspondent, daß, da Professor Max Müller sein ganzes Leben dem Studium der Religionen und philosophischen Systeme gewidmet hat und überhaupt einer der gelehrtesten Männer unseres Zeitalters ist, es besonders anziehend und wertvoll sein würde, sich über die Schlußfolgerungen, zu denen er über gewisse Gegenstände gelangt ist, zu unterrichten. Demgemäß begab ich mich nach Oxford und genoß den Vorzug einer langen Unterredung mit dem Professor in seinem reizenden Heim am Rande der Stadt. „Mein Interesse an allen Religionen", bemerkte der Professor, „ist hauptsächlich geschichtlich; ich wünsche zu sehen, was gewesen ist, um zu verstehen, was ist. Es giebt keine Rasse ohne Religion, und, wie schon der heilige Angustin sagte, ■ cs giebt keine Religion ohne einige Körner Wahrheit darin. Unsere Religion ist sicherlich reiner und besser als andere; aber in den wesentlichen Punkten haben alle Religionen etwas Gemeinsames. Sie gehen alle von dem Punkte aus, daß es etwas Jenseitiges giebt, und sie alle sind Versuche, hinanzureichen." „Unterscheiden sie zwischen menschlichen Vermutungen und göttlicher Offenbarung?" „Ich glaube nur an eine Offenbarung, die Offenbarung in uns, und diese ist viel besser als irgend welche Offenbarungen, die von außen kommen. Warum sollten wir, wenn wir nach Gott ausschauen und auf seine Stimme lauschen, es nur außer uns und nicht in uns thun? Wo ist der Tempel Gottes und das wahre Reich Gottes?" „Die innere Stimme giebt uns nicht viel Auskunft, z. Büber das künftige Leben — nicht wahr?"