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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-10-01 · Heft 10 (1.10.1899) · p. Seite 220

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 10 (1.10.1899)
Date
1899-10-01
Page
Seite 220 (sequence 4)
Language
German
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"^">v ' ‘ ■ 220 jüdische Stammesangehörigkeit dem Geiste der jüdischen Religion hintansetzen: Die völlige Reinigung von allem Beiwerk und von allem Blendwerk. Unsere Religion und nur sie kann und wird alle Kämpfe bestehen und alle Zeiten überdauern. Die Formen, — die Essentialien des Stammesjudentum's, — werden und sollen nach und nach der aufsteigenden neuen Kultur, — wenigstens soweit sie störend sind, zum Opfer fallen. Wie sehr sind sich die Juden selbst im Wege, wenn sie dies nicht selbst herbei wünschen und selbst darauf hinarbeiten. Sind doch gerade die Juden vermöge ihrer hohen Intelligenz, ihres zähen Anpassungsvermögens und ihres weiten Blickes dazu berufen, Stütze und Träger der Weltkultur zu sein. Und da wollen sie die Essentialien des Stammesjudentums: — etwas Entbehrliches und Minderwertiges, wenn auch nicht Wertloses — selbst dann beibehalten, wenn dieselben sich als ein ehernes Hemmniß kulturellen Fortschrittes charakterisieren? Wahrlich die Zionisten und alle anderen, die derartiges wollen, müssen für den Werdegang des Weltgeschehens ein schlechtes Ohr und ein schlechtes Auge haben. Ganz besonders harthörig und kurzsichtig scheint aber der Verfasser einer vor kurzem erschienenen Broschüre: „Deutsch-national" zu sein, der sich wenig geschmackvoll Ben Akiba den Jüngeren nennt, „der im Deutschtum, nicht im Christentum aufgeht^)." Schade, daß dieser Ben Akiba der Jüngere offenbar, weil er die Wunderkraft, der jüdischen Religion in ihrer reinsten Form nicht kennt, irregeleitet ist; denn er ist ein Mann von warmem, ehrlichem Empfinden, die Sprache seines Werkes ist eine begeisterte und ideale, aus der größte Liebe für das jüdische Volk spricht, — aber was er will und was er sagt ist falsch, und das Ideal, für das er ficht, ist ein Idol. Er will nicht mehr und nicht minder, als daß wir Juden massenhaft, — womöglich gleich alle auf einmal, — aus dem Judentum aus- und zum Deutschtum, nicht aber zum Christentum übertreten- — Deutsch-national sollen wir werden und — — konfessionslos. Das heißt mit anderen Worten: Wir sollen nicht nur alle Stammeseigentümlichkeiten gänzlich aufgeben, — was ja, soweit es nicht zwingend notwendig, auch der eifrigste Reformjude verschmäht, — sondern er will auch unsere herrliche Religion preisgeben, deren ethische Tiefe er nicht kennt. Man höre nur einige seiner Äußerungen: „-als Juden an und für sich sind wir schon zu sehr degeneriert, oder vielmehr dem deutschen Stammvolk zu sehr assimiliert; warum also nicht ganz aus dem sogenannten ewigen Judentum austreten, entschlossen Volldeutsche und damit Vollbürger werden! 0 Deutschnational von Ben Akiba dem Jüngeren. Leipzig, Verlag von Paul Schimmelwitz 1899.

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