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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-09-01 · Heft 9 (1.9.1899) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 9 (1.9.1899)
Date
1899-09-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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209 Blochs „Naturgeschichte der Fische" war auf Jahrzehnte hin der Ausgangspunkt für alle Forschungen auf diesem Gebiete. Dies gilt insbesondere von der Beschreibung der einheimischen Fische. Das Material, das dem Bloch'schen Werke zu Grunde liegt, seine Fischsammlung, wurde vom Staat angekauft. Sie befindet sich jetzt im Museum für Naturkunde in der Jnvalidenstraße in Berlin. — Der Großherzog von Baden hat in S1. Moritz den gleichfalls dort zur Kur weilenden Gelehrten Herrn Dr. A. Kerliner in einer längeren Audienz empfangen. Bei dieser Gelegenheit äußerte sich der Großherzog sehr abfällig über die antisemitische Bewegung und sprach der Partei, die den Judenhaß auf ihre Fahne geschrieben, jede Existenzberechtigung ab. Der Antisemitismus, so sprach der Großherzog, wird in Deutschland nicht mehr viel Schaden anrichten, denn er hört auf und verschwindet. Mit großer Anerkennung äußerte sich der Großherzog über die Leistungen der deutschen Juden; der zionistischen Bestrebung mit einer selbstständigen jüdischen Staatengrnndung steht der Großherzog sehr skeptisch gegenüber. — Eine prinzipiell wichtige Entscheidung über die Rechtsgiltigkeit der Ehen zwischen Juden und Nichtjnden ist von einem deutschen Gerichte folgendermaßen gefällt worden: „Die Vorschrift des Talmud, wonach die eheliche Verbindung eines Israeliten mit den Angehörigen eines anderen Relegionsbekentnisses nichtig ist, verstößt gegen die öffentliche Ordnung und die Staatsgesetze. Sie kann deßhalb bei Beurtheilung einer Ehe und der daraus fließenden Rechte keine ernstliche Beachtung finden, wenn auch sonst im Allgemeinen die Fähigkeit zur Eheschließung sich nach dem Rechte und den Glaubenssatzungen beurtheilt, welche für die Ehegatten maßgebend sind. Obiges im Auslande gefällte Urtheil entspricht auch den deutschen Rechtsgrundsätzen, wie sie im Personalstandgesetz und dem Eherecht des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches zum Ausdruck kommt." — Die Königlich preußische Akademie der Wissenschaften hat in ihrer Gesammtsitzung vom 8. Juli den Beschluß der historisch-philosophischen Klasse zur Kenntniß genommen, Herrn Professor Dr. Uirolaus Willler in Berlin zur Herausgabe der altjüdischen Inschriftenin Italien 1500 Mk. zu bewilligen. Professor Müller ist Lehrer der christlichen Archäologie an der Berliner Universität. Er hat in den römischen Katakomben hebräische Grabschriften gefunden, während die bis jetzt gefundenen ca. 150 zum größten Teil griechich, etwa 40 aber in lateinischer Sprache nbgefaßt sind. Professor Müller hat 1885 sogar einen besonderen jüdischen Friedhof (coemeterium) an der via Appia Pignatelli entdeckt und darüber seinerzeit in den „Mitteilungen des kaiserlich deutschen Instituts" referirt. — Ter ausgegebene Lectionskatalog der Ludwig-Maximilian-Universität in München enthält unter den Vorlesungen der katholischen theologischen Fakultät die Mitteilung verzeichnet, daß Herr Professor Dr. Schönfelder außer der „Einleitung in die heiligen Schriften des alten Testaments" und den „alttestamentarischen exegetischen Übungen an der Polyglotten und Glossenbibel" auch eine „Lesung mittelalterlicher Poesien" vorträgt. — In Berlin starb in hohem Greisenalter Herr Fischet Hirsch. Er war mehr Bücher-

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