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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-09-01 · Heft 9 (1.9.1899) · p. Seite 208

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 9 (1.9.1899)
Date
1899-09-01
Page
Seite 208 (sequence 16)
Language
German
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208 — Wonatsschau. Am 5. Juli waren es hundert Jahre, seitdem der Berliner Naturforscher Dr. Marcus Weser Hloch, der sich durch seine Forschungen über die Fische ein dauerndes Andenken gesichert hat, starb. Bloch verschied in Karlsbad, wo er zur Kur weilte. Die Anzeige von seinem Tode erschien erst in der „Voss. Ztg." vom 27. August. Die Hinterbliebene Witwe mit ihren Kindern zeigte seinen Tod nach der Sitte der damaligen Zeit „unter Verbittnng aller Beileidsbezeugungen" an. Über Blochs äußeres Leben wissen wir nicht viel. 1723 zu Ansbach, als der Sohn jüdischer Eltern geboren, wurde Bloch, wie damals unter den Juden Brauch war, zunächst nur in der Bibel und dann in rabbinischen Schriften unterrichtet. Er wurde dann von einem Hamburger jüdischen Barbier dazu angenommen, dessen Kinder zu lehren, was er selbst wußte. Solche eigenartige Hauslehrerstellen gab es damals bei den Inden sehr viele. Wahrscheinlich erlernte Bloch bei seinem Brodherrn etwas von der Wundarzneiknnde. Von Haniburg kam er nach Berlin. Hier machte er sich mit deutschem Wissen vertraut und erwarb sich dann ärztliche Kenntnisse. 1762, also mit 39 Jahren, erlangte er bei der Universität Frankfurt a. Oder mit einer Arbeit über Hautausschläge den medicinischen Doctortitel. Es scheint, daß er schon vorher die Praxis ausübte. Einen Einblick in das ärztliche Können und Wissen Bloch's gewähren uns seine „Medizinischen Bemerkungen", Nachrichten über eigene Beobachtungen mit Erläuterungen aus der Praxis. Sie lassen erkennen, daß sich Bloch redlich bemühte, seine Krankheitsfälle genau mit allen ihm zu Gebote stehenden Hülfsmittel» zu studieren. Er wendet die Lupe an und geht den Apotheker Valentin Rose den Älteren um seine Hülfe in chemischen Dingen an. Er zeigt auch eine gewisse Belesenheit im deutschen und ausländischen medicinischen Schriftthuui. Seine Beobachtungen beziehen sich auf die Pocken, den aussetzenden Puls, Zahnanonialien, Nervenschwäche u. A. m. Historisch von Interesse sind Auslassungen über die Möglichkeit der Operation von Gallensteinen. Eifrig redet er der damals in Berlin verpönten Behandlung mit kaltem Wasser das Wort. Mit den hervorragenden Praktikern seiner Zeit stand er auf gutem Fuße Der Schwerpunkt der Lebensarbeit Bloch's, ein so geschätzter Arzt er auch war, liegt aber in seinen naturkundlichen Leistungen. Zunächst lediglich Liebhaber, sammelte er Naturalien jeder Art, Amphibien, Fische, Insekten, Mineralien, Versteinerungen, menschlich-anatomische Präparate, Mißgeburten, Embryonen u. A. m. Seine „wohlgeordnete Mineraliensammlung" auf dem Molkenmarkte beim Brauer Fourre zählt zu den Sehenswürdigkeiten Berlins. Der bedeutendste Teil darin war die Fischsammlung. Sie entstand mit der Unterstützung der Regierung und vieler Fachgenossen Bloch's. Wesentliche Förderung erfuhr Bloch, wie er berichtet, von Fischern. Er pflegte in den Sommermonaten an Orte mit bekannten Fischereibetrieben zu gehen. Bloch verzeichnet 263 Arten und Varietäten, die Linnv noch nicht kannte

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