Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1899)
- Date
- 1899-09-01
- Page
- Seite 207 (sequence 15)
- Language
- German
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207 erfahren haben'). Die Milde der psychiatrischen Anschauung der talmndischen Wissenschaft aber gipfelt in der Erkenntnis, daß die Gesundheit ein Gnadengeschenk des Allgütigen ist, „in dessen Hand ist die Seele aller Lebenden, der Geist aller Menschen-)". Dr. S. Rascher- Jur Geschichte der Zuden in Worarwerg. (Fortsetzung.) Den Ausgang, den die zu Feldkirch begonnene Untersuchung gegen die Inden nahm, ist aus dem Marmor'schen Urkundenverzeichnisse nicht zu entnehmen und beim Mangel positiver Angaben bleibt uns nur das Gebiet der Vermutungen. Unsere Ansicht geht dahin, daß der Feldkircher Prozeß mit der Vernichtung und Ausrottung der in Feldkirch ansässigen Hebräer geendet habe. Weil Weizenegger-Merkle anführen, daß die erste Judeneinwanderung in Vorarlberg zur Zeit des Schwedenkrieges stattgefnnden und die Thatsache, daß schon circa 200 Jahre vor dieser Zeit eine Judenansiedlung in Feldkirch bestanden habe, veranlassen »ns anzunehmcn, daß innerhalb dieses Zeitraumes ein Ereignis eingetreten sein müsse, in Folge dessen die Inden ans Feldkirch verschwunden sind. In unserer Annahme finden >vir uns schon wieder von dem Feldkircher Chronisten I. G. Prugger unterstützt. Bei Beschreibung der Feldkircher Pfarrkirche erwähnt derselbe nachstehende ihm gewordene Überlieferung: „Ehe wir gar von der Pfarrkirche weichen, solle noch dieses melden, daß in mehrbesagter Kirchen aufs der rechten Hand an dem Gloggenhaus ein von Stein geschnitnes, altes unser lieben Frauen Bild seye, bei welchem folgendes vorbey gangen. Ungefähr Anno 1606 hat eine ehrliche Frau allhier dero Kind, ein Söhnlein verlohren, welches, nachdem sie nach etlich Tagen nit erfragen, noch erfahren können, ist sie voll Trauer und Leyd vor besagtes Bild gegangen, und khniend aus größstem Trost also geredt: Maria, du Mutter Gottes, zeig mir wo mein Kind sei, oder ich nimb dir dein Kind! Worausf das Bild geantwortet: Gehe zum Thor hinauß über die Brugg, in einem Hauß wirstu es finden. Sie eylete nacher H. Creütz (allwo damals die Juden wohneten) ginge in das nächste Hauß, und fände das ihr Kind schon todt in einem Kessel gesotten wurde. Worüber die Tatter ihr Straf empfangen haben. Dieses habe ich von Lenthen, welche es gehört, von denen die damals gelebt haben. Lasse es doch an sei» Orth gefielt seye." (Fortsetzung folgt.) Baba Muzia 88 b. 2; Hiob 12, 10.