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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-09-01 · Heft 9 (1.9.1899) · p. Seite 201

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 9 (1.9.1899)
Date
1899-09-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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— 2Ö1 - Das Wort, das die Mischnah in ihrer Lehre über die Feier des Neujahrs uns vorträgt, das sollen wir beachten und beherzigen, das kündet uns eine ebenso kostbare Erfahrung der Vergangenheit als heilsame Mahnung für die Zukunft und enthält, so wir in seinem Sinne uns vertiefen, auch für unsere Gegenwart manche fruchtbare Wahrheit. Daß wir überhaupt von unserer hergebrachten und angenommenen Voreingenommenheit gegen das, was wir mit unserem Bewußtsein nicht gerne vereinen mochten, uns frei machen und nicht mit Absicht einer Erkenntniß uns verschließen, die zwar wie ein Fremdling in dem Kreise unserer Gedanken erscheint, aber dennoch da Ausnahme finden muß, so wir uns nicht selbst täuschen wollen, das gehört mit zu den Forderungen einer gesunden und vollendeten Lebensweisheit. Wahrheit suche zu erwerben und gieb sie nicht preis, Weisheit, Tugend und Besonnenheit. Das wäre aber eine Preisgebnng der Wahrheit und ein thörichtes Spiel mit derselben, wenn wir sie nur insoweit würden ehren und aufnehmen, als sie unseren lieben Wahn nicht stört, die Träume unserer Einbildung nicht verscheucht, aus dem Schlafe unserer Selbsttäuschung uns nicht erweckt, der wir aber würden sofort den Eingang in die Gemächer unseres Geistes verwehren, so. sie da wollte walten wie-in eigenem Hause und am Ende gar vertreiben die Ausgeburten der Thorheit, die sich schon längst haben wohnlich niedergelassen und heimisch geniacht. Die Rückkehr zu richtiger Einsicht und Erkenntniß, zu echter Weisheit und Gottesfurcht, zu edler Tugend und zur Seelenreinheit, die muß eine entschiedene, aufrichtige vollkommene Rückkehr sein, so sie wohlgefällig sein soll vor dem Ewigen, der in des Himmels Höhen thront und doch in die Tiefen unserer Seelen schaut. Mit solcher Rückkehr erwerben wir uns den Schatz beglückender Lebensweisheit, die uns das Dasein in dem Lichte seiner Bestimmnng zeigt, es adelt und weiht und verleiht uns den Segen göttlicher Gnade und menschlicher Glückseligkeit. O! Nimm uns wieder zu dir auf,-wenn wir auch von dir abgefallen, führe uns wieder zu dir zurück, auch wenn wir von deiner Lehre uns haben entfernt. Gieb uns einen weisen Sinn, ein reines Herz, ein treues Gemüt, daß wir stets finden den Weg, der zu dir uns leitet, nicht abweichen von den Pfaden, auf denen wir den wahren Lebenszielen uns nähern. Bei dir ist die Weisheit und die Wahrheit, gieb, daß sie läuternd in unsere Seele einziehen, daß sie verklärend in unserem Geiste aufleuchten und wir von dir nicht abweichen, wie du uns stets wirst leiten in deiner göitlichcn Liebe und Heiligkeit. Unser Water. Er war klein unser Vater. Die unansehnliche Figur, das bescheidene Gehaben verriet uns nicht, wer er war. Überall, wohin wir unsere Unbedeutenheit trugen, in die Spielschnle oder auf die Straße, sah man uns an, bedeutungsvoll flüsterte

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