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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-09-01 · Heft 9 (1.9.1899) · p. Seite 196

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 9 (1.9.1899)
Date
1899-09-01
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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An den erschienenen Jubelschriften ans Anlaß des 70. Geburtstages seines Lehrers Prof. Grätz und des 90. Geburtstages von Dr. Leopold Zunz beteiligte er sich selbstverständlich in hervorragender Weise, dabei war er einige Jahre hindurch Mitherausgeber der Frankel - Grätz'sche» Monatsschrift, Vorstandsmitglied des „Mekize Nirdamim“ Vereins und entstammen seiner classischen hebräischen Feder auch Aussätze in „Beth Talmud“ von Weiß und Friedmann, im „Haasif" von Sokolew und war er Mitarbeiter der Zeitschrift der D. M. G., der Göttingischen Gelehrte Anzeigen, der Revue de Etudes juive der Iewish Quarterly Rewiew, Stein Archiv für Geschichte der Philosophie u. n. A. Wir lassen hier im Anschlüsse an diese Zeilen einiges ans dem Berichte folgen, der uns zugegangen über die Ehrungen, die dem großen Toten zu Theil geworden. Am 9. fand sich in Karlsbad vor der Überführung nach Budapest ein auserlesenes Publikum in der Totenhalle des jüdischen Friedhofes ein. Herr Rabbiner Dr. Ziegler ein Schüler des Verewigten und Herr Rabbiner Dr. M. Kayserling hoben seine großen Verdienste in gebührender Weise hervor. Am 10. Abends langte die Leiche am Budapester Ostbahnhofe ein und wurde von der „Chewra Kadischa" in Anwesenheit der zahlreichen Schüler und Verehrer in dys Totenhaus des Kerepeser Friedhofes geleitet, woselbst am 11. Juli um 4 Uhr Nachmittags die Beerdigung unter großer Teilnahme stattfand. Aus Budapest sprachen drei hervorragende jüdische Gelehrte: der Orientalist Dr. Ignatz Goldzieher, Rabbiner Dr. Samuel Kohn und Seminarprofessor Dr. Wilhelm Bacher. Aus Wien: der Vertreter der Wiener Cultusgemeinde, Cultusvorsteher Wilhelm Stiaßny, und der Professor des Rabbinerseminars Dr. Heinrich Müller. Aus Breslau: Rabbiner Dr. Ferdinand Rosenthal und Professor Dr. Braun. Aus der ungarischen Provinz: die Rabbiner Dr. Klein, Groß-Becskerek, und Dr. Alexander Büchler, Keszthely. Aus dem Ge-' burtsorte des Verstorbenen: Rabbiner Dr. Steinhardt und als Delegirter der Brünner Cultusgemeinde Secretär Dr. Oppenheim, ein Schwager des Verstorbenen. Mögen die tief erschütterte edle Gattin, die hart betroffenen Eltern, Geschwister und Verwandten Trost darin finden, daß mit ihnen eine große theilnehmcnde Gemeinde und die jüdische Wissenschaft trauernd auf das frische Grab des großen Toten hinblickt, dessen Name in den Denkbüchern unserer Geschichte stets von Glanz und Ehre umstrahlt sein wird und dessen Andenken sich als ein Segen bewähren wird für alle kommenden Geschlechter.

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