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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-08-01 · Heft 8 (1.8.1899) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 8 (1.8.1899)
Date
1899-08-01
Page
Seite 183 (sequence 15)
Language
German
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183 Die Anstalt will aber auch für die alleinstehenden Mädchen anderer Berufe Gutes leisten und hat deshalb mit ihrer Schule ein Mädchenheim verbunden, das ihnen vortreffliche Unterkunft, Verpflegung und moralische Überwachung in einem streng religiösen Haushalt gewährt, und sie giebt weiter guten, kräftigen Mittagstisch an alleinstehende Damen. Schon seit mehreren Jahren hatte der „Israelitische Hilfsverein" in Frankfurt junge Mädchen zu Köchinnen ausbilden lassen, allein dies sehr dankenswerte Vorgehen konnte doch nur wenigen zu gut kommen. Es thaten sich daher eine Anzahl von Herren und Damen zusammen, erließen einen Aufruf zu Gunsten der Errichtung einer Haushaltungsschule (April 1897) und fanden soviel Zustimmung und Unterstützung, daß am 1. Okt. 1897 die Anstalt im Centrum der Stadt, Töngesgasse 40, eröffnet werden konnte. Die Zahl der Zöglinge ist auf 12 normirt. Der Cursus ist halbjährig und kostet einschließlich Kost und Logis Mk. 120; gelehrt wird Kochen, Nähen, Flicken, Putzen, Waschen, Einmachen u. s. w. Bis zum 1. Okt. 1898 haben 26 Zöglinge die Anstalt besucht. Die Zahl der Pensionärinnen, welche 45 Mk. pro Monat zahlen, hat sich von 4 auf 10 erhöht, die Zahl der Tischgäste, die 18 Mk. pro Monat für Mittagskost zu zahlen haben, von 4 auf 15. Für Ostern 1899 war die Anstellung einer theoretisch und praktisch durchgebildeten Haushaltungslehrerin, neben der Hausmutter, in Aussicht genommen. Zum Gründungsfonds gingen Mk. 23760 ein, an Geschenken vom 1. Okt. 1897 bis 1. Okt. 1898 Mk. 1662, wozu noch Einrichtungsgegenstände in großer Menge kamen. Die Mitgliederbeiträge belaufen sich auf Mk. 2300. Für die Haushaltung wurde ausgegeben Mk. 6342, für die Miethe Mk. 2000, für Steuern, Versicherung, Gehalte u. s. w. Mk 1424; im Ganzen betrugen die Ausgaben Mk. 10,925. Die Schülerinnen zahlten Mk. 3000 Honorar, die Pensionärinnen Mk. 2,947, die Abonnentinnen Mk. 995. Bemerkenswert ist, daß sämmtliche Schülerinnen von auswärts kommen, keine einzige aus Frankfurt selbst. — Von dem durch sein humanitäres Wirken bekannten Herrn Alphons Jacobson in Leipzig wurde daselbst eine israelitische Alterversorgungs-Anstalt gegründet, die am 27. April ihrer Bestimmung übergeben wurde. — In Königsberg starb der außerordentliche Professor an der medizinischen Fakultät. Herr Dr. Samuel. Simon Samuel wurde zu Glogau 1833 geboren. Nach beendetem medizinischen Studium ließ er sich 1856 als prakt. Arzt in Königsberg nieder. Hier versuchte er 1860 die Habilitation an der medizinischen Fakultät, die jedoch 1861 abgeschlagen wurde, weil nach § 105 der Statuten als Dozenten nur Evangelische zugelassen werden dürfen. Die Fakultät ersuchte damals das Ministerium für den Erlaß des Ministers Ladenburg vom 14. Juli 1848, betreffend die Berechtigung der Juden zu allen Lehrämtern in Preußen, die königliche Bestätigung zu erwirken und das Generalkonzil beschloß die Streichung des im Statut enthaltenen Gesetzes, daß nur Evangelische zur Habilitation zugelassen werden dürfen. So trat denn 1861 Samuel in das Lehrerkollegium der Universität ein, um später, nachdem er die Kriege von 1864,1866 und 1870/71

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