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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-08-01 · Heft 8 (1.8.1899) · p. Seite 184

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 8 (1.8.1899)
Date
1899-08-01
Page
Seite 184 (sequence 16)
Language
German
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184 als Arzt mitgemacht hatte, zum außerordentlichen Professor befördert zu werden. Er las an der Universität besonders über allgemeine und experimentelle Pathologie und Geschichte der Medizin. Eine große Zahl wertvoller wissenschaftlicher Abhandlungen, von denen besonders die über die Fiebererscheinungeil und Entzündungs- Prozesse bedeutend sind, veröffentlichte Samuel in Birchow's Archiv und in anderen medizinischen Journalen; ferner war er hervorragend an der Eulenburg'schen Encyclopädie der medizinischen Wissenschaften beteiligt. Herr Prof. Samuel war viele Jahre Mitglied des Vorstandes der israelitischen Gemeinde. — Die Pharmaceutische Zeitung schreibt: Nachdem durch Bundesrats-Beschluß vom 20. April die Zulassung von Frauen zu den Prüfungen als Apotheker im deutschen Reiche beschlossen worden, wird man sich auch mit Bezug auf dieses Ereignis fragen, ob damit eine Errungenschaft der Neuzeit geschaffen worden ist. Dies ist nicht der Fall, vielmehr muß es weibliche Apotheker schon im grauen Altertum gegeben haben. Im ersten Buche des Propheten Samuel im achten Kapitel findet sich folgende Stelle, in der von den Rechten des Königs die Rede ist: „Das wird des Königs Recht sein, der über Euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und Reitern, die vor seinem Wagen hertraben, und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig, und zu Ackerleuten, die in seinem Acker bauen, und zu Schnittern in seiner Ernte, und daß sie seinen Harnisch und was zu seinem Wagen gehörte machen. Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Apothekerinnen, Köchinnen und Bäckerinnen seien." Es mag überraschen, die Apothekerinnen in Gesellschaft von Köchinnen und Bäckerinnen zu finden, aber diese Zusammenstellung ist nicht so ganz ungewöhnlich. In Urschriften früherer Jahrhunderte, auch in Satzungen der Berliner Kaufmannsgilde, wurde damals der Apotheker mit den Konditoren und „Italienern" znsainmeugenannt. — In Mannheim ist der englische Generalkonsul Ferdinand Ladenburg im 64. Lebensjahre gestorben. Derselbe war auch Jahre lang Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde. — Am 18. Mai starb in Darmstadt im hohen Alter von neunzig Jahren der emeritirte Lehrer und Prediger Herr Moses Mannheimer, der auch als Schriftsteller sich verdient gemacht hat. Derselbe gab zuerst den auf der Darmstädter Hofbibliothek befindlichen hebräischen Bericht eines Augenzeugen über die erste Judenverfolgung in Worms durch die Kreuzfahrer 1096 mit Übersetzung heraus. Andere weitverbreitete Schriften von ihm sind: „Der MosaiSmus und das Egyptertum" und „Das Gebetbuch und der Religions-Unterricht." — Ueber die Verbreitung der Juden in Mitteleuropa am Ende des 19. Jahrhunderts erschien vor einiger Zeit ein Kärtchen, entworfen, gezeichnet und verlegt von Dr. Winterstrin in Eassel. Wir entnehmen dieser Karte folgende Angaben: Auf der Erde lebe» gegenwärtig sieben Millionen Inden — 0*4 Percent der Bevölkerung, in Europa 6 Millionen 16 Percent, im Deutschen Reiche 570.000 1'15 Percent, in Oesterreich 1,140000 4 8 Percent, in Ungarn 3ji Millionen 6 25 Percent, in Rußland 3'8 Millionen 41 Percent (in

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